Schlagwort: DOKnews

Justus Pankau im Jahre 2011 bei einer Tagung des Hauses des Dokumentarfilms © HDF / Schneider

Das dokumentarische Auge: Erinnerungen an Willy »Justus« Pankau

Der Mann in gelb. Das Auge des Dokumentarfilms. Der Mann mit der Kamera. Willy »Justus« Pankau war eine Art Urgestein der Stuttgarter Film- und Medienszene. Er war unübersehbar – Signalfarbe: gelb – und eigentlich von keinem filmischen Ereignis wegdenkbar. Viele Jahrzehnte war er aktiv – sowohl als Kameramann in der Dokumentarabteilung beim Süddeutschen Rundfunk als auch als Dozent an der Filmakademie Baden-Württemberg und an anderen Filmhochschulen. Zu seinem Tod mit knapp 94 Jahren am 18. November 2017 haben wir einige Erinnerungen an ihn gesammelt, die sein Leben und die Geschichte des Hauses des Dokumentarfilms über Jahrzehnte hinweg verbunden haben.

Weiterlesen
Zwei Afrikanerinnen knien auf dem Boden

Neu im Kino: Das Kongo Tribunal

Der Krieg im Kongo hat Millionen Tote gefordert. Diese Verbrechen wurden nie juristisch verfolgt. Für »Das Kongo Tribunal« gelingt es dem anerkannten Theaterregisseur Milo Rau, die Opfer, Täter, Zeugen und Analytiker des Kongokriegs zu einem einzigartigen zivilen Volkstribunal im Ostkongo zu versammeln. Er lässt erstmals drei Fälle exemplarisch verhandeln und entwirft ein unverschleiertes Porträt des größten und blutigsten Wirtschaftskriegs der Menschheitsgeschichte.

Weiterlesen

Neu im Kino: Werner Nekes – Das Leben zwischen den Bildern

Mit ihrem Film „Werner Nekes – Das Leben zwischen den Bildern“ setzt Ulrike Pfeiffer dem Filmemacher Werner Nekes, der Anfang dieses Jahres gestorben ist, ein filmisches Denkmal. Es ist ihr Porträt gelungen, das den auf den Experimentalfilm spezialisierten Filmer in seiner ganzen Vielschichtigkeit zeigt. Ein Film, den jeder Cineast gesehen haben sollte.

Weiterlesen
filmtageluebeck2017 1 1200px

Nordische Filmtage Lübeck: Skandinavische Bilder und Gefühle

Die gerade zu Ende gegangenen Nordischen Filmtage Lübeck sind das einzige Festival in Deutschland und in Europa, das sich ganz auf die Präsentation von Filmen aus den nordischen Ländern, dem Baltikum und Norddeutschland spezialisiert hat. Es fand in diesem Jahr zum 59. Mal statt und die beiden Festivalmacher Linde Fröhlich und Florian Vollmers konnten sich wieder über volle Kinos freuen. Bei einigen Vorführungen hatte man nicht die geringste Chance, eine Karte zu ergattern. Was kann man Besseres sagen über ein Festival? Wir haben weitere Eindrücke der Filmtage gesammelt.

Weiterlesen

Neu im Kino: Untitled

Rund zweieinhalb Jahren nach seinem Tod in Liberia kommt Michael Glawoggers Dokumentarfilm »Untitled« endlich in die Kinos. Der Film, den der österreichische Filmemacher (u.a. »Workingman’s Death«, »Whore’s Glory«) nicht mehr selbst beenden konnte, hatte auch schon Glawoggers Tod eine sehr ungewöhnliche Produktionsgeschichte. Unser Autor Kay Hoffmann erinnert sich.

Weiterlesen
Felix Moeller stellt bei »moving history« sein neues Projekt vor © Aleksandra Miljkovi

moving history: Geschichte durch Filme lebendig machen

Ende September fand im Filmmuseum Potsdam zum ersten Mal »moving history« statt, ein »Festival des historischen Films«. Eigentlich war es überraschend, dass es in Deutschland das erste Festival ist, das sich mit dem spannenden Verhältnis von Geschichte in den Medien beschäftigt. Denn in den zwei Dekaden haben sich diese Programme fest etabliert in Kino und Fernsehen und sind oft sogar erfolgreich beim Publikum. Es wurde darüber spekuliert, dass gerade nach der Wiedervereinigung ein Bedürfnis danach vorhanden war, sich über die eigene Geschichte und Identität klar zu werden. Medien können dabei eine Rolle spielen.

Weiterlesen
Bild zweier Personen in Laborkitteln

Neu im Kino: Das System Milch

»Den Hunger der Welt werden wir nie bezwingen, wenn wir Soja und Maus in Futtertröge kippen.« Das ist nur einer Erkenntnis aus dem Dokumentarfilm »Das System Milch« von Andreas Pichler (u.a. »Das Venedig-Prinzip«). Der Filmemacher untersucht auf vielfältige Weise, was die intensive (und extensive) Herstellung von Kuhmilch wirklich bedeutet. Ein Film, der ökonomisch und ökologische Prozesse veranschaulicht – und das bei einem Produkt, das zu den wichtigsten weltweit gehört; und das deshalb auch zu einem der umkämpftesten gehört.

Weiterlesen
Premiere von »Bilder aus der Heimat« in Karlsruhe @ Filmboard Karlsruhe / Jürgen Schurr

Karlsruhe aus der Super 8-Perspektive

Auf immenses Publikumsinteresse stieß kürzlich die Filmpremiere »Geschichten aus der Heimat« in der ausverkauften Schauburg in Karlsruhe. Das Filmboard Karlsruhe unter Leitung von Dr. Oliver Langewitz hat ein kurzweiliges Porträt der Stadt produziert, das auf Super 8-Aufnahmen aus den 1960er bis 1980er Jahren basiert. Der Film wird noch in Karlsruhe gezeigt und danach als DVD erhältlich sein.

Weiterlesen

Studenten-Oscar für Dokumentarfilm aus Ludwigsburg

Erstmals hat ein an der Ludwigsburger Filmakademie Baden-Württemberg entstandener Dokumentarfilm bei den Student Academy Awards einen »Studenten-Oscar« gewonnen. Johannes Preuss, Student im Studienschwerpunkt Fernsehjournalismus an der Filmhochschule, erhielt diese Auszeichnung für seine knapp 30-minütige Reportage mit dem Titel »Galamsey – Für eine Handvoll Gold«. Er setzte sich dabei in der Kategorie »Documentary« gegen starke internationale Konkurrenz durch.

Weiterlesen

Neu im Kino: Haus ohne Dach

Im Jahre 1892 erschien im Freiburger Verlag des Friedrich Ernst Fehsenfeld ein Buch, das viele Jahrzehnte hindurch und vermutlich bis zum heutigen Tag das Bild der Deutschen auf eine Region verklärt hat, von der 125 Jahre später die Wikipedia noch immer seltsam nebulös als »ein nicht genau begrenztes Gebiet in Vorderasien« berichtet. Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein weiter Weg: von »Durchs wilde Kurdistan«, ein spannender, aber erfundener Reisebericht des Schriftstellers Karl May, bis zum erfundenen, aber ungemein erhellenden Roadmovie »Haus ohne Dach«. Die junge deutsch-kurdische Filmemacherin Soleen Yuseef, eine Absolventin der Filmakademie Baden-Württemberg, hat ihr weitgehend in Kurdistan spielendes und gedrehtes Spielfilmdebüt in jahrelanger Arbeit realisiert. Nun ist das langsam erzählte, aber wundersam leichte Werk in den deutschen Kinos angekommen. Der Film, das Land und die Regisseurin sind die schönsten Überraschungen dieses späten deutschen Kinosommers.

Weiterlesen