Kategorie: Dokfilminfo – Archiv

Archivierte Artikel
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Bild eines Mannes in Uniform

TV-Tipp 19.5.: Dreiteiler “Weltenbrand” – Völkersterben aquarelliert

Als das ZDF vor fünf Jahren den Dreiteiler »Weltenbrand« das erste Mal zeigte, war das durchaus eine Sensation. Vor allem die nachträgliche Kolorierung des originalen Schwarzweiß-Materials war zu diesem Zeitpunkt noch sensationell. Zwischenzeitlich ist diese technische Veredelung auch schon fast wieder »ein alter Hut« – und auch die aufwendigen Reenactments in Geschichts-Dokus sind mittlerweile Usus. Was bleibt ist eine erhellende und unterhaltsame Geschichtsaufarbeitung, die wirklich alles tut, um für ihr Thema Interesse zu wecken. Auch in x-ten Wiederholung – heute beispielsweise bei ZDFinfo alle drei Folgen – ist dieser Dreiteiler über die beiden großen Kriege de frühen 20. Jahrhunderts sehenswert.

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TV-Tipp 17.5.: Fakes in Pillenform

»Dies ist kein Dokumentarfilm« heißt es im Nachspann des fiktionalen Fernsehfilms »Gift«. Nach 90 Minuten sollte das eigentlich selbst der unbedarfteste Fernsehzuschauer bereits bemerkt haben. Da liegen immerhin schon eine indische Hochzeit, der Fernsehtod von Heiner Lauterbach und die Intrigen von Maria Furtwängler als falschspielende Medizinethikerin zurück. Aber der eigentliche Dokumentarfilm – also die Fakten – stehen dann erst an. Ab 21:45 sendet Das Erste nach »Gift« dann »Gefährliche Medikamente – gepanscht, gestreckt, gefälscht«. Ein neues gemischtes Doppel also zur besten Sendezeit.

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Bild eines Mannes mit einer Frau im Hintergrund

TV-Tipp 15.5.: Wo Leistung noch quält

Autorin Chiara Sambuchi erforscht in ihrem Dokumentarfilm »Die Viagra-Tagebücher« das intime Leben unterschiedlicher Männer, die regelmäßig Potenzmittel einnehmen. Sie beschreibt die Hoffnungen, Erfolge, aber auch die Missverständnisse und unerreichbaren Erwartungen, die mit den Mitteln verbunden sind. Der Dokumentarfilm von 2016, den 3sat am Montagabend zeigt, kommt ohne reisserische Bilder aus. Nicht einzelne Körperteile stehen im Fokus von Kamera und Autorin, sondern die Menschen und Paare.

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Foto: Szene aus »Der NSU-Komplex« © SWR/BR/Dirk Laabs

TV-Tipp 12. April: »Der NSU-Komplex«

Das NSU-Tätertrio Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe steht in dem Dokumentarfilm »Der NSU-Komplex« von Stefan Aust und Dirk Laabs fast nur nebenbei. Vielmehr konzentrieren sich die beiden Filmemacher und Journalisten auf die Wurzeln des braunen Netzwerkes, die sich unter den versprochenen »blühenden Landschaften« bilden konnten. Der SWR zeigt am Mittwochabend diese »Rekonstruktion einer beispiellosen Jagd« im Anschluss an den ersten Teil des fiktionalen NSU-Dreiteilers »Mitten in Deutschland: NSU«. So gut die Inszenierung auch ist: Doku schlägt in diesem Fall Fiktionalisierung um Längen. Einzig was am Ende bleibt ist die Unzufriedenheit, dass auch nach Jahren der Recherche längst noch nicht alles aufgeklärt werden konnte.

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