Autor: Thomas Schneider

„Ich liebe Print, ich liebe Online, ich liebe es, das Beste zwischen beiden Welten zu vereinen“, sagte Thomas Schneider über seine Arbeit. Ab 2009 war er für das HDF im Bereich Redaktion sowie PR/Marketing tätig. 2019 verstarb Schneider überraschend und viel zu früh.
Bild mit Blick aus einem Auto heraus auf die Autobahn

»Tabu Tempolimit«

Es ist keine Frage der Vernunft, ob es in Deutschland ein generelles Tempolimit auf den Autobahnen geben sollte. Denn die Vernunft ist längst auf Seiten derjenigen Länder, die das Rasen begrenzen. Die Dokumentation »Tabu Tempolimit« (lief bei bei 3sat am 21.9.2017 als Wissenschafts-Doku in Erstausstrahlung) versucht zu ergründen, wo der Gasfuß klemmt. Das Ergebnis ist ein erkenntnisreicher Film, der am Ende allerdings an der Frage nach dem “Wieso dann nicht?” scheitert. Der Rest ist Schweigen und das Aufheulen hochgerüsteter Motoren. Der Film ist in der 3sat-Mediathek abrufbar.

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Studenten-Oscar für Dokumentarfilm aus Ludwigsburg

Erstmals hat ein an der Ludwigsburger Filmakademie Baden-Württemberg entstandener Dokumentarfilm bei den Student Academy Awards einen »Studenten-Oscar« gewonnen. Johannes Preuss, Student im Studienschwerpunkt Fernsehjournalismus an der Filmhochschule, erhielt diese Auszeichnung für seine knapp 30-minütige Reportage mit dem Titel »Galamsey – Für eine Handvoll Gold«. Er setzte sich dabei in der Kategorie »Documentary« gegen starke internationale Konkurrenz durch.

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Bild von Mann vor einem Fenster

»Der Banker«

Etwas auszusprechen, hilft, es zu begreifen. So ist es im Privaten, vor Gericht und auch im Film. Marc Bauders grandioser Dokumentarfilm »Der Banker – Master of the Universe« lebt ganz davon, dass es dem Regisseur gelang, einen hochrangigen Investment-Manager zum Sprechen zu bringen. Bis zum 23. November 2017 in der SWR-Mediathek zu sehen.

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Szene aus »Der Jungfrauenwahn« © Hanfgarn & Ufer, Yoliswa von Dallwitz

»Der Jungfrauenwahn«

In ihrem subjektiv erzählten und inhaltlich wie optisch provokanten Dokumentarfilm »Der Jungfrauenwahn« (am Montagabend im ZDF; entstand 2014; ab sofort in der Mediathek abrufbar) geht die Journalistin und Filmemacherin Güner Yasemin Balci der Frage nach, wieso im Islam die Moralvorstellungen – vor allem bei der weiblichen Sexualität – noch nach dem vor 900 Jahren enstandenen »Buch der Ehe« ausgerichtet sind. Sie zeigt dabei auch wirkende Lügen auf, die in der Hochzeitsnacht Unbeflecktheit vorgeben sollen.

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Neu im Kino: Haus ohne Dach

Im Jahre 1892 erschien im Freiburger Verlag des Friedrich Ernst Fehsenfeld ein Buch, das viele Jahrzehnte hindurch und vermutlich bis zum heutigen Tag das Bild der Deutschen auf eine Region verklärt hat, von der 125 Jahre später die Wikipedia noch immer seltsam nebulös als »ein nicht genau begrenztes Gebiet in Vorderasien« berichtet. Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein weiter Weg: von »Durchs wilde Kurdistan«, ein spannender, aber erfundener Reisebericht des Schriftstellers Karl May, bis zum erfundenen, aber ungemein erhellenden Roadmovie »Haus ohne Dach«. Die junge deutsch-kurdische Filmemacherin Soleen Yuseef, eine Absolventin der Filmakademie Baden-Württemberg, hat ihr weitgehend in Kurdistan spielendes und gedrehtes Spielfilmdebüt in jahrelanger Arbeit realisiert. Nun ist das langsam erzählte, aber wundersam leichte Werk in den deutschen Kinos angekommen. Der Film, das Land und die Regisseurin sind die schönsten Überraschungen dieses späten deutschen Kinosommers.

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Szene aus »Im Netze der Lügen - Falschmeldungen im Internet« © ZDF/Janett Kartelmeyer

TV-Tipp: Das »Netz der Lügen« aus zwei Blickwinkeln

Zwei aktuelle Dokumentationen – die erste am Donnerstagabend bei ZDFinfo und am Montag, den 31. Juli, die andere im Ersten – beschäftigen sich mit dem gleichen Thema unter fast identischen Überschriften: »Im Netz der Lügen – Falschmeldungen im Internet« von Mario Sixtus und »Im Netz der Lügen – Der Kampf gegen Fake-News« von Claus Hanischdörfer beschreiben Filterblasen, Fehlinformationen und gezielte Fake-News-Attacken, die durch das Internet zu Gefahren aufgeblasen werden. Unser soziales Zusammenleben im »real life« wird durch solche Lügengeschwüre erschweren und gefährden. Wer beide Filme ansieht, ist bestens informiert. Nur, wer will sich schon informieren, wo er doch schon alles weiß? Und sind das nicht eh alles Lügen?

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Szene aus »You Drive Me Crazy« © BR/Kloos & Co. Medien GmbH

»You Drive Me Crazy«

Humor findet man im Dokumentarfilm selten. Doch »You drive me crazy« ist richtig witzig – und das nicht nur für Fahranfänger. Denn Regisseurin Andrea Thiele und ihre Drehbuchautorin Lisa Jaspers hatten eine tolle Idee: Wie fühlt es sich an, wenn man in einem fremden Land noch einmal den Führerschein machen muss? Mit viel Gespür für Emotionen und die Unterschiede von Kulturen haben sie daraus den packenden Dokumentarfilm »You Drive Me Crazy« gemacht, den das Bayerische Fernsehen am Dienstagabend zeigte. Nun ist der Film bis zum 25. Juli in der BR-Mediathek abrufbar.

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Szene aus »O.J. Simpson: Made in America« © espn

TV-Tipps 13.-16.12.: Arte wiederholt »O.J. – Made in America«

Der deutsch-französische Sender Arte wiederholt vom 14. bis zum 16. Dezember 2017 den wohl wichtigsten Doku-Mehrteiler des Jahres – wenn auch in einer Zeit jenseits der Bettgrenze. Danach verbleibt die höchst sehenswerte Serie, die in diesem Jahr mit dem Doku-Oscar ausgezeichnet wurde, bis Ende des Jahres noch in der Arte-Mediathek. Manche Chancen bieten sich ein zweites Mal – und wenigstens dann sollte man sie ergreifen. 

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Szene aus »O.J. Simpson: Made in America« © espn

»O.J. – Made in America«

In einer Zeit in den sechziger und siebziger Jahren, in der Amerika wie niemals zuvor mit sich und den Haufarben seiner Bürger kämpfte, ließ der schwarze Sport-Superstar O.J. Simpson vergessen, welche Hautfarbe er hatte. Simpson setzte alle Regeln außer Kraft. Doch der 12. Juni 1994 änderte alles. An diesem Tag  soll Simpson seine Frau Nicole und ihren Liebhaber erschossen haben. Was folgte, war ein Kriminalgeschichte, die Amerika bis heute erschüttert. Ezra Edelman hat aus diese Biografie eine in fünf Teilen erzählte Gesellschaftsstudie über das Amerika der letzten 50 Jahre gemacht. Arte zeigte in deutscher Erstausstrahlung alle fünf Teile am 7. und am 8. Juli 2017. Wer die Sendung live im TV verpasst hat, kann alle fünf Teile bis 6. August 2017 bei Arte.tv nachsehen.

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Szene aus »Kollwitz« @ Nachlass Kollwitz | Käthe Kollwitz (2.v.li.) mit ihren drei Enkeln

»Kollwitz – Ein Leben in Leidenschaft«

Sie ist die bis heute bekannteste deutsche Künstlerin – und in diesem Satz steckt, wie eine Nachfahrin von Käthe Kollwitz im Film sagt – ein entscheidender Fehler. Denn, dass man sie nur als Künstlerin bezeichnet, ist eine geschlechtsspezifische Einordnung, gegen die Käthe Kollwitz, geb. Schmidt,mit ihrer ganzen Individualität ankämpfte. Zweifelsohne gehört sie zu den größten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Nicht nur ihr künstlerisches Werk, sondern vor allem ihre vielen Tagebucheinträge liefern der Dokumentation »Kollwitz« von Henrike Sander und Yury Winterberg Quellen, die von einem außerordentlichen Leben berichten. Arte zeigte die Dokumentation von LOOKS Film & TV am 5. Juli 2017 in Erstausstrahlung. Bis 4. August 2017 ist sie nun in der Arte-Mediathek abrufbar.

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