igrun Köhler (links) und Wiltrud Baier alias "Böller und Brot" (Bild: Böller & Brot)

Baden-Württembergischer Ehrenfilmpreis 2023 für Böller und Brot

Wir gratulieren Wiltrud Baier und Sigrun Köhler zum Baden-Württembergischen Ehrenfilmpreis 2023. Das Autorinnen- und Dokumentarfilm-Duo Böller und Brot nimmt die undotierte Auszeichnung des Filmbüro BW am 10. Dezember 2023 in Stuttgart entgegen. Die Preisverleihung in der Kulturlounge Dürnitz im Alten Schloss ist der feierliche Abschluss der 29. Filmschau Baden-Württemberg (6.-10.12.23) und des 20. Jugendfilmpreises Baden-Württemberg (7.-10.23).

Mehr Böller! Mehr Brot! (Böller und Brot)Von Stuttgart aus in die Welt

Seit mehr als 20 Jahren realisieren Wiltrud Baier und Sigrun Köhler mit ihrer in Stuttgart beheimateten Produktionsfirma Böller und Brot Daumenkinos, Videoarbeiten und Kino-Dokumentarfilme. Sie lernten sich während des Studiums an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg kennen.

Sigrun Köhlers Abschlussfilm „How Time Flies“ (2000) ist die erste Zusammenarbeit der beiden Filmemacherinnen. Er liegt als Kurz- und Langfilm (11 Min. bzw. 88 Min.) sowie als Daumenkino vor; der Elfminüter wurde bei der Semaine de la Critique in Cannes gezeigt. „Ein Porträt, dessen virtuos und klug montierte Widersprüchlichkeit alle Vorurteile des Betrachters vernichtet“, heißt es in einer Kritik zu „How Time Flies“, die auch gut zu den sonstigen Filmen von Böller und Brot passen würde.

Filme von Böller und Brot (Auswahl)

Zu den bekanntesten Werken von Wiltrud Baier und Sigrun Köhler zählen „Schotter wie Heu“ (2003) über die kleinste Bank Deutschlands und ihren einzigen Angestellten, der mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete „Alarm am Hauptbahnhof“ (2011, Ko-Produktion mit Indi Film und SWR) rund um die Bürger-Proteste anlässlich Stuttgart 21, das Porträt „Wer hat Angst vor Sibylle Berg?“ (2015) der wunderbar unbequemen Autor*in und Dramaturgin Sibylle Berg, sowie „Narren“ (2019) über die Rottweiler Fasnet. Letzterer wurde, mit einem Jahr Corona-bedingter Verspätung, 2021 als DOK Premiere vom Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart und Ludwigsburg präsentiert – Zusatzvorstellung wegen großem Andrang in Stuttgart inklusive.

Das aktuelle Projekt von Böller und Brot ist „Luise in den Bäumen“ (AT) über Luise Wirsching. Die mittlerweile 77-jährige Hohenloher Bäuerin setzt sich für den Erhalt von Streuobstwiesen und die Wissensvermittlung rund um den Obstbaumschnitt ein.

Filmemacherinnen mit Herz und Charakter

„Mit ihrer unverwechselbaren Herangehensweise an ein Thema, ihrem erfrischenden Humor, ihrer präzisen Beobachtungsgabe und ihrem experimentellen Erzählstil schaffen sie herausragende Studien und Porträts“, würdigt das Filmbüro Baden-Württemberg die diesjährigen Ehrenpreisträgerinnen, die „mit ihren künstlerisch besonders wertvollen Dokumentarfilmen Land und Leuten ein Gesicht geben.“

Böller und Brot im HDF-Interview

Christine Schäfer vom Haus des Dokumentarfilms hat mit Wiltrud Baier und Sigrun Köhler über ihre Arbeitsweise und Filme als Böller und Brot gesprochen.

Artikel: Elisa Reznicek; Interview: Christine Schäfer

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