Dokureihe „Krieg und Holocaust – Der deutsche Abgrund”

Am 8. Mai 2021 jährt sich die Kapitulation. Die Erstausstrahlung der zehnteiligen Doku im ZDFinfo zum Jahrestag hat den Anspruch, neue Akzente zu setzen. Hierbei wird der Zeitraum 1918 bis 1948 thematisiert, wobei auch Archivmaterial der LFS gezeigt wird.

Einmal mehr widmet sich das Fernsehen der deutschen Vergangenheit. Die Dokureihe „Krieg und Holocaust – Der deutsche Abgrund“ visualisiert den nationalsozialistischen Aufstieg und Untergang mit neuem Material. Eine Arbeit gegen das Vergessen und die Verharmlosung des Holocaust. Welche Erkenntnisse kann dieses Format bieten?

Gespräche mit renommierten Holocaustforscher:innen

Die Dokuschaffenden dieser Reihe, wie Gabriele Rose und Martin Davidson, verzichten auf Zeitzeugeninterviews. Sie setzen stattdessen auf einen ganzheitlichen Ansatz und eine hochkarätige, internationale Expert:innenbefragung. Neben den 40 Fachleuten kommen Holocaustforscher:innen wie Götz Aly oder Alexandra Richie zu Wort, die mit ihrer Forschung und Expertise wichtige Erkenntnisse über den 2. Weltkrieg und den Holocaust transportieren.

Collage: Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und Deportierte.
Menschen mit Hitlergruss und beschmierte Ladenfront zeigt Juden-Hass.

Archivfunde & Forschungsansätze

Bemerkenswert ist die Quellengrundlage der ECO Media Produktion für das ZDF. In „Krieg und Holocaust – Der deutsche Abgrund” werden neue Archivfunde, Privatfilme und auch Fragebögen aus den 1930ern des Frankfurter Institut für Sozialforschung ausgewertet und präsentiert. Dies trägt zu einem wichtigen Blick auf die Entwicklung zum Holocaust bei. Auch die Landesfilmsammlung Baden-Württemberg (LFS), die im Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart beheimatet ist, konnte ihren Beitrag leisten. Filmaufnahmen, die in der Landesfilmsammlung archiviert sind, wie die vom Kreistag der NSDAP in Lahr, verdeutlichen die Massenmobilisierung und Faszination 1939. Hätte der Zivilisationsbruch verhindert werden können.

 

"Krieg und Holocaust: Der Deutsche Abrgund" zeigt freudige Menschen nach dem Ende des 1. Weltkriegs

Neue Erinnerungsnarrative

Individualgeschichten, wie des Journalisten Leo Lania, der sich in die Redaktion einer nationalsozialistischen Zeitung 1929 einschleuste, lockern die klassische Erzählstruktur der Doku „Krieg und Holocaust – Der deutsche Abgrund” in ZDFinfo auf. Die Produktion hat zudem zahlreiche neue Quellen erschlossen. Hierzu gehören Fotografien aus dem Vernichtungslager Sobibor. Unter dem Tarnnamen „Aktion Reinhard” wurden allein in diesem zwischen 1941 und 1942 im besetzen Polen über 250.000 Menschen vom nationalsozialistischen Deutschland umgebracht. Bilder wie diese, müssen von der Öffentlichkeit wahrgenommen und erinnert zu werden.

Auseinandersetzung mit dem Holocaust: #niewieder

Im Rahmen des Jahrestages wird die Fernsehausstrahlung in ZDFinfo vom 7. bis 9. Mai 2021 durch eine Social-Media-Kampagne begleitet. Ziel dieser und des Mehrteilers „Krieg und Holocaust – Der deutsche Abgrund” (ECO Media Produktion) besteht darin, die Gesellschaft wach zu halten und gegen die Verdrängung von Menschheitsverbrechen und Krieg anzukämpfen.

Sendezeit und Verfügbarkeit

ZDFinfo: Samstag, 8.Mai 2021, 18.45 bis 02.15 Uhr

18.45 Uhr: Saat der Gewalt 1918 – 1922

19.30 Uhr: Täuschung 1923 – 1928

20.15 Uhr: Demokratie ohne Demokraten 1929 – 1933

21.00 Uhr: Rassisten an der Macht 1933 – 1934

21.45 Uhr: Jeder kann es sehen 1935 – 1938

22.30 Uhr: Flächenbrand 1936 – 1940

23.15 Uhr: Tor zur Hölle 1941 – 1942

24.00 Uhr: Völkermord 1942 – 1944

00:45 Uhr: Untergang 1943 – 1945

01.30 Uhr: Verantwortung 1945 – 1948

In der Mediathek des ZDF: ab Freitag, 30. April 2021

(Jule Schmidt)

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