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Doku-Tipp: Alarm am Hauptbahhof

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Stuttgart 21Das Bahnprojekt Stuttgart 21 hat nicht nur die baden-württembergische Landeshauptstadt verändert. Im positiven Sinn haben die "Wutbürger" republikweit die Bürgerbeteiligung bei Großprojekten zur neuen Spielregel erhoben. Doch der Protest gegen den Bau eines Tiefbahnhofs, der Baugrund für ein neues Stadtviertel eröffnen würde, aber mehrere Milliarden kostet, hat die Stadt in Gegner und Befürworter gespalten. In ihrem Dokumentarfilm schildern Wiltrud Köhler und Sigrun Baier ihre Beobachtungen auf beiden Seiten.

Unter dem Namen "Böller und Brot" firmieren die beiden Filmemacherinnen Sigrun Köhler und Wiltrud Baier mit ihrer kleinen Stuttgarter Produktionsfirma. Für ihren jüngsten Dokumentarfilm haben sie die Stadt nicht einmal verlassen müssen, denn Stuttgart macht mit seinem Bahnhofsprojekt international von sich reden. Die Emotionen um das Für und Wider kochen hoch. Wegen ihres Kopfbahnhofs ist die Stadt ein Bremsklotz für die schnellen Züge und städtebaulich ist das Tiefbahnhofsprojekt für die Landeshauptstadt mit ihrer Kessellage äußerst attraktiv. Das ist die Argumentation der Befürworter. Die Gegner finden das Milliardenprojekt zu teuer, sie wollen das alte Bahnhofsgebäude, das für den Neubau teilweise weichen muss, erhalten und sie zweifeln an der Funktionstüchtigkeit des neuen Tiefbahnhofs. Der hat allerdings kürzlich den so genannten Stress-Test bestanden.

Jeden Montag treffen sich die Gegner seit etwa eineinhalb Jahren zur "Montagsdemo", im Schlossgarten ist ein Zeltdorf der so genannten Parkschützer entstanden und der Bauzaun an dem die kreativen Einfälle – mitunter auch die Entgleisungen – des Protestes festgehalten wurden, ist als Ausstellungsstück ins Haus der Geschichte gewandert.

Am 30. September 2010 eskalierte die Situation als im Schlossgarten für den Neubau Bäume gefällt wurden, die Gegner die dies zu verhindern suchten und die Polizei Wasserwerfer einsetzte. Bei dem Einsatz gab es viele Verletzte und sogar Schwerverletzte. Hier steigt die Dokumentation der beiden Filmemacherinnen ein und ihre Beobachtungen reichen bis zum Wahlsieg der Grünen im März 2011, die nach 58 Jahren zusammen mit der SPD die CDU-Regierungsmehrheit ablösten. Somit ist der Film nicht mehr ganz aktuell, denn die Situation ändert sich laufend. Er zeigt aber die Stimmung in der gespaltenen Stadt, in der sich die Ereignisse überstürzen und in der eine Landesregierung sitzt, die in dieser Fragen ebenfalls gespalten ist: Die Grünen wollen den Tiefbahnhof verhindern, der Koalitionspartner SPD ist dafür und nach der jüngsten Umfrage verlieren die Gegner an Boden.


Alarm am Hauptbahnhof
Regie: Sigrun Köhler und Wiltrud Baier
Deutschland, 2011, 90min.
Produktion: Indi-Film, Brot und Böller im Auftrag des SWR

Homepage Böller und Brot


Sybille Neth( Foto: ARD)

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26. Mai 2013

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