ROMAN BRODMANN KOLLOQUIUM 2026

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Weltweit befinden sich Autokratien auf dem Vormarsch. Das bedeutet: Einschränkung von Versammlungs-, Meinungs- und Pressefreiheit, Behinderung der Justiz, Ausbau der Exekutive durch Umgehung der Parlamente, Angriffe auf die Freiheit der Künste und Wissenschaften. Die Zahl autokratisch regierter Staaten steigt von Jahr zu Jahr.  Zugleich werden liberale Demokratien schleichend in illiberale Demokratien umgebaut.

Das Thema des Roman Brodmann Kolloquiums 2026 lautet: Autokratismus, Kulturkampf, Desinformation! Stirbt die Demokratie?

Backlash und völkische Modelle – ‚Illiberale‘ Demokratien in Europa

Der Trumpismus hat ein Role Model geschaffen, dessen Strahlkraft über die aktuelle US-amerikanische Präsidentschaft vermutlich lange hinauswirken wird. Ein Role Model, dessen Nachahmer und Nachahmerinnen sich längst auch im konservativen Spektrum europäischer Demokratien tummeln. Der Erfinder der ‚illiberalen‘ Demokratie in Europa, Victor Orbán, wurde zwar gerade abgewählt, doch wie weit die Schäden, die Orbán 16 Jahre lang angerichtet hat, reparabel sind, muss sich in Ungarn noch erweisen. Auch mag weder der Blick zu anderen europäischen Nachbarn noch der auf die drei in Deutschland 2026 noch anstehenden Landtagswahlen beruhigen. Inzwischen liegt das AFD-Wahlprogramm für Sachsen-Anhalt vor. Die Feindbilder der Rechtsextremen sind schnell ausgemacht: Bildung, Kultur und Vielfalt. Stattdessen „Remigration“ und „patriotische Kulturpolitik“. Wie können sich Journalismus, Medien und Kreativszene gegen den Kulturkampf von rechts schützen? Diese Frage stellt das Roman Brodmann Kolloquium 2026.

Im Themen-Panel diskutieren u. a. Lars Hendrik Beger (Kulturjournalist und Redakteur, Corso DLF), Ann-Katrin Müller (Politikjournalistin und Redakteurin, DER SPIEGEL), Lorenz Blumenthaler (Pressesprecher Amadeu Antonio Stiftung). Die Moderation hat Katharina Thoms (Journalistin, Hauptstadtkorrespondentin DLF).

Medienfreiheit und geopolitische Konflikte

Im Panel „Produzieren und Berichten in Kriegs- und Krisenzonen“ sprechen die Filmschaffenden Mila Teshaieva (Regisseurin), Marcus Lenz (Produzent, Regisseur) und Yann Ollivier (Head of Documentary AFP DOCS & FACTSTORY) über ihre Erfahrungen in der Ukraine und in Nahost. Christian Mihr (Geschäftsführer Reporter ohne Grenzen) wird die zunehmenden Bedrohungen der Pressefreiheit weltweit, nicht nur in Konfliktzonen und Diktaturen, sondern auch in westlichen Demokratien beleuchten. Denn unabhängiger Journalismus gerät nicht nur durch staatliche Einschränkungen unter Druck, sondern auch durch die Funktionslogiken großer Plattformen, die Desinformation und krude Propaganda häufig begünstigen und faktenbasierte Recherchen an den Rand drängen. Das Panel moderiert Dr. Leonard Novy (Journalist).

Die Keynote zur Eröffnung des Roman Brodmann Kolloquiums 2026 hält der Kultur- und Medienwissenschaftler Dr. Simon Strick (Autor „Rechte Gefühle: Affekte und Strategien des digitalen Faschismus“). Die Roman-Brodmann-Rede zur Preisverleihung hält der Journalist und Filmemacher Gero von Boehm.

PREISVERLEIHUNG UND ROMAN BRODMANN KOLLOQUIUM

Wann: 24. April 2026
Wo: Landesvertretung von Rheinland-Pfalz beim Bund und der Europäischen Union, Berlin.
Beginn des Kolloquiums: 16:00 Uhr
Einlass: ab 15:30 Uhr
Preisverleihung: 19:00 Uhr
Präsentation des prämierten Films: 19:30 Uhr
Im Anschluss Q&A
Ausklang 
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich: [email protected]
Rückfragen: [email protected]