NEUE DOKUS – Kinostarts vom 30. April bis zum 28. Mai 2026
Vom 30.04.–28.05.26 laufen 16 Dokumentarfilme im Kino an. Mit dabei sind FRIENDLY FIRE, WAS AN EMPFINDSAMKEIT BLEIBT und BORN TO FAKE.
FRIENDLY FIRE
Regie: Klaus Fried und Julia Albrecht
Kinostart: 30.04.2026
FRIENDLY FIRE ist eine Annäherung an den Dichter und Essayisten Erich Fried, der zu den bekanntesten deutschsprachigen Autoren nach 1945 gehört. Sein Sohn Klaus und Ko-Regisseurin Julia Albrecht, die auch für die Montage des Films verantwortlich ist, kombinieren Archivmaterial, z.B. von den Lesereisen Erich Frieds, mit den Aufnahmen ihrer filmischen Recherche, insbesondere den Interviews mit Klaus Frieds fünf Geschwistern. Chronologisch werden Erich Frieds Kindheit und Jugend in Wien, der Terror gegen die Familie durch die Gestapo, die Emigration und das schriftstellerische und politische Engagement Frieds im Londoner Exil beschrieben.
Regie: Klaus Fried, Julia Albrecht; Buch: Klaus Fried, Andrew Hood; Kamera: Ralf Ilgenfritz, René Jung, Matthias Kreitschmann; Produktionsfirmen: Hanfgarn & Ufer; Mischief Films; rbb, WDR. Verleih: Film Kino Text; © 2026.
SIRENS CALL
Regie: Miri Iang Gossing und Lina Sieckmann
Kinostart: 30.04.2026
In dem experimentellen, mit Science-Fiction-Elementen bestückten Dokumentarfilm SIRENS CALL begleiten die Regisseurinnen Miri Ian Gossing und Lina Sieckmann die Performance-Künstlerin „Una the Mermaid“ auf einer Tour quer durch die USA, der gleichermaßen Roadtrip wie Selbstfindungsreise ist und die originelle Subkultur der „Merfolks“ in Portland/Oregon erkundet.
Buch & Regie: Miri Ian Gossing, Lina Sieckmann; Kamera: Christian Kochmann; Produktionsfirmen: Filmfaust, Schalten und Walten, Elbe Stevens Films. Verleih: Missing Films; © 2026.
WISE WOMEN: FÜNF HEBAMMEN, FÜNF KULTUREN
Regie: Nicole Scherg
Kinostart: 30.04.2026
Regisseurin Nicole Scherg hat für ihren Film fünf Hebammen in Äthiopien, Brasilien, Marokko, Nepal und Österreich begleitet und beschreibt nichts weniger als unsere Menschwerdung und ihre Umstände. Die fünf Heldinnen des Films sind Expertinnen darin, werdenden Müttern zu helfen und ein Kind zur Welt zu bringen – ein physiologischer Prozess, der universell und natürlich ist – und doch zutiefst individuell.
Buch & Regie: Nicole Scherg; Kamera: Marie-Thérèse Zumtobel; Produzenten: Michael Kitzberger, Wolfgang Widerhofer, Markus Glaser, Nikolaus Geyrhalter, Katharina Posch (Geyrhalter Filmproduktion GmbH); Verleih: Polyfilm Wien; © 2026.
DAS GEWICHT DER WELT – NATURWISSENSCHAFTEN IN ZEITEN DES KLIMAWANDELS
Regie: Florian Heinzen-Ziob
Kinostart: 07.05.2026
Der Film begleitet drei Wissenschaftler:innen, deren Arbeit vom Klimawandel überschattet wird – Maria, Sebastian und Nana haben schon als Kinder davon geträumt, das ewige Eis der Arktis zu untersuchen, den Weltraum zu erforschen und zu verstehen, wie Leben entsteht. Heute haben sich ihre Träume erfüllt, denn Maria ist Doktorin der Glaziologie, Sebastian Professor für Physikalische Chemie und Nana Doktorin der molekularen Biologie. Doch wie sollen sie angesichts des fortschreitenden Klimawandels sachlich und professionell distanziert bleiben, wenn das sterbende Biotop, das sie erforschen, der Heimatplanet ist und sie ihren Kindern in Modellen eine düstere Zukunft berechnen müssen?
Buch, Regie,Bildgestaltung, Schnitt und Produktion: Florian Heinzen-Ziob; Kamera: Enno Endlicher; Produktionsfirma: Fontäne Film, Ko-Produktion: Georg Heinzen. Verleih: mindjazz pictures; © 2026.
DO YOU LOVE ME?
Regie: Lana daher
Kinostart: 07.05.2026
DO YOU LOVE ME? ist eine dokumentarische Liebeserklärung an Beirut, die 70 Jahre Film, Fernsehen, Heimvideos und Fotografie umfasst: Was bleibt von einer Generation, die zwischen Bomben und Pop-Musik erwachsen wurde? Lana Daher rekonstruiert die fragmentierte Geschichte eines Landes ohne nationales Archiv anhand von Bildern und Tönen aus über 20.000 Quellen und spiegelt ein melancholisches Panorama aus Perspektiven, Eindrücken und Melodien – eine kollektive Erinnerung, die Erforschung der Psyche einer Nation.
Regie: Lana Daher; Buch: Lana Daher, Qutaiba Barhamji; Produzent:innen: Jean-Laurent Csinidis, Lana Daher, Jasper Philipp Mielke, Karoline Henkel, Arto Sebastian; Verleih: Rapid Eye Movies GmbH; © 2026.
INNERE EMIGRANTEN
Regie: Lena Karbe und Gregor Koppenburg
Kinostart: 14.05.2026
Der Dokumentarfilm von Lena Karbe entstand über drei Jahre und zeigt drei ehrenamtliche Psycholog:innen einer Moskauer Krisenhotline, die seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine Telefondienst leisten. Es ist ein aufreibender Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Hilfesuchenden und ihrer eigenen psychischen Gesundheit, ihrer beruflichen Integrität und persönlichen Sicherheit. Gefilmt unter strengster Geheimhaltung spiegelt der Film ein kollektives Psychogramm der manipulierten russischen Zivilgesellschaft.
Buch, Regie und Produktion: Lena Karbe; Ko-Autor: Gregor Koppenburg; Ko-Produktion: Anne-Catherine Witt (Macalube Films), Kathleen McInnis (See-Through Films), RBB, MDR; Verleih: mindjazz pictures; © 2026.
IRON MAIDEN: BURNING AMBITION
Regie: David Teague und Malcolm Venville
Kinostart: 14.05.2026
Dokumentarfilm über die inzwischen 50-jährige Erfolgsgeschichte der einflussreichen Metal Band „Iron Maiden“ mit bisher erstmalig veröffentlichtem Material z.B. aus dem offiziellen Archiv der Band. Aktuelle und frühere Bandmitglieder schildern ihre Erinnerungen an die Entwicklung der Gruppe: von den bescheidenen Auftritten in Pubs East Londons bis zu denen in überfüllten größten Stadien der Welt.
Buch: David Teague; Regie: Malcolm Venville; Kamera: Matthew Gormly, Jaimie Gramst, Stuart Luck, Jeff Tomcho. Produktion Verleih: Universal Pictures UPI.on; © 2026.
NIÑXS – DAS LEBEN GLITZERT
Regie: Kani Lapuerta
Kinostart: 14.05.2026
Der Regisseur Kani Lapuerta begleitete über einen Zeitraum von acht Jahren die Trans*Jugendliche Karla im mexikanischen Städtchen Tepoztlán von den ersten Schritten der Transition bis hin zu ihrem Erwachsenwerden. In einer konservativ geprägten Umgebung, in der traditionelle Werte mit der queeren Identität immer wieder aufeinandertreffen, entstanden Interviews, die von Offenheit, Empathie und gegenseitigem Vertrauen geprägt waren und authentische Einblicke in Karlas Innenleben mit ihren Hoffnungen, Zweifeln und ihrer Suche nach Akzeptanz bieten.
Buch & Regie: Kani Lapuerta; Kamera: Quetzalli Malagón; Produzentin: Suleica Piñeda; Ko-Produzent*innen: Anke Petersen, Dirk Manthey, Martha Orozco; Verleih: missing Films; © 2026.
THE COWBOY
Regie: Nadja Kölling und Vanessa Goll
Kinostart: 14.05.2026
Zehn Jahre lang hat Regisseur André Hörmann seinen Protagonisten Crowley immer wieder auf der Ranch seines Vaters in einer von Armut, harter Arbeit und traditionellen Männlichkeitsbildern geprägten Umwelt in den Weiten des US-Bundesstaates Colorado beim Erwachsenwerden gefilmt. Crowleys Alltag bestimmt das Ideal des Cowboys, aber entlang familiärer Krisen, Verlusten und dem Druck fester Rollenbilder wird dessen Wunsch nach Neuorientierung und einem eigenen Leben erkennbar.
Buch & Regie: André Hörmann. Kamera: Tom Bergmann; Produzentin: Heike Kunze; Produktionsfirma: Telekult Film- und Medienproduktion (Berlin); Verleih: Salzgeber; © 2026.
WAS AN EMPFINDSAMKEIT BLEIBT
Regie: Daniela Magnani Hüller
Kinostart: 14.05.2026
Die Regisseurin Daniela Magnani Hüller rekonstruiert mit diesem Debütfilm den versuchten Femizid von einem damaligen Mitschüler, den sie vor 14 Jahren überlebte. Dem subjektiv und objektiv unfassbaren Mordversuch reflektiert Hüller anhand betont distanzierter, sachlicher Bilder, die Räume und Gänge durchschreiten, aber auch durch intensive Gespräche mit damaligen Zeitzeug:innen. Im Voice-Over ergreift sie mit ihrer eigenen Stimme die Möglichkeit, eine gestärkte eigene Perspektive auf das Geschehen, die Gegenwart des Traumas und die Zukunft eines Lebens ohne Angst zu entwickeln.
Buch & Regie: Daniela Magnani Hüller; Kamera. Noah Böhm; Produzentin: Birgit Schulz; Produktionsfirma. Bildersturm; Verleih: Realfiction Filmverleih; © 2026.
BOLLWERK
Regie: Jakob Wehner
Kinostart: 21.05.2026
Der Dokumentarfilm zeigt drei Protagonisten des Netzwerks für „Demokratische Kultur“ in der sächsischen Kleinstadt Wurzen bei ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement gegen rechtsextreme und antidemokratische Strömungen. Geschildert werden die alltäglichen Arbeitsprozesse bis hin zu Reaktionen auf Anfeindungen in sozialen Medien und auf den Straßen. Eine Studie über das politische Engagement in einer ländlichen Region, in der eine langfristig erfolgreiche Gegenwehr gegen rechte Strukturen deutlich schwerer umzusetzen ist als im urbanen Umfeld.
Buch & Regie: Jakob Wehner; Produktionsfirma und Verleih: Drop-Out Cinema; © 2026.
EHRENAMT - EINE KULTURREISE IM LÄNDLICHEN RAUM
Regie: Daniel Hofmann
Kinostart: 21.05.2026
Der Dokumentarfilm beschreibt die Entstehung eines Musikfestivals aus einer einfachen Idee von Freunden und die gelebte Gemeinschaft und das ehrenamtliche Engagement des Vereins „Metal Diver“ in Marsberg im Sauerland. Am Beispiel des Festivals, das aus einer kleinen Initiative ein deutschlandweit einflussreiches Ereignis wird, illustriert der Film Fankulturen auf dem Land und die zentrale Rolle des Ehrenamts in der deutschen Kulturlandschaft.
Buch & Regie: Daniel Hofmann; Kamera: Daniel Hofmann, Florian Ropers, Daniel Hacker, Christian Abbel, Jennifer Günther; Produktionsfirma: Markeloop; Verleih: mindjazz Pictures; © 2026.
IMMORTALS - BAGDADS JUGEND ERHEBT DIE STIMME
Regie: Maja Tschumi
Kinostart: 21.05.2026
IMMORTALS gewährt uns einen seltenen, cineastischen Einblick in das Leben der jungen irakischen Generation in Bagdad, die für Selbstbestimmung, Würde, Feminismus und ihre Zukunft kämpft. Nach dem Ende des Krieges gegen den IS wurde der Irak zunehmend zu einem dunklen Fleck auf der Landkarte und zum Spielball im Konflikt zwischen dem Iran und den USA. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms, einem Hybrid aus Spiel- und und Dokumentarfilm stehen exemplarisch eine junge Frau und ein junger Mann, die 2019 an der sogenannten „Oktoberrevolution“ teilnahmen, um gegen die sozialen Missstände zu protestieren.
Regie: Maja Tschumi; Buch: Maja Tschumi, Melak Madhi, Mohammed Al Khalili; Kamera: Silvio Gerber, Mohammed Al Khalili; Produzenten: Nadine Lüchinger, Mohammed Alghadhban, Flávio Gerber; Produktion: Filmgerberei; Verleih: W-FILM; © 2026.
BORN TO FAKE
Regie: Benjamin Rost und Erec Brehmer
Kinostart: 28.05.2026
Das posthume Porträt des dreisten Fälschers von Fernsehreportagen, Michael Born, bietet einen aufschlussreichen Rück- und Einblick, wie sehr die Tendenz zur Skandalisierung im Massenmedium Fernsehen der neunziger Jahre dazu führte, dass in den Redaktionen auf gewissenhafte Recherchen und Kontrollen zugunsten kurzfristiger Quotenerfolge oft verzichtet wurde. In 2025 ging der vom Haus des Dokumentarfilms gestiftete Baden-Württembergische Filmpreis in der Kategorie Dokumentarfilm an BORN TO FAKE. Aus der Begründung der Jury: „Witzig und unterhaltsam begibt sich BORN TO FAKE auf Spurensuche und erzählt nicht nur die Geschichte eines Medienskandals, sondern schlägt einen Bogen zur Gegenwart, zu Fake News und KI.”
Buch & Regie: Benjamin Rost und Erec Brehmer; Kamera: Pius Neumaier, Julian Krubasik; Produzent: Márk Szilágyi (MSZ Production & Consulting); Verleih: Across Nations; © 2026.
GERMAINE ACGONY - VOM SCHATTEN SCHWÄRMEN
Regie: Greta-Marie Becker
Kinostart: 28.05.2026
Der Film begleitet hautnah Germaine Acogny, die als zentrale Figur des zeitgenössischen afrikanischen Tanzes gilt, weil sie die traditionellen, westafrikanischen Tanzformen mit Einflüssen des europäischen Tanzes miteinander kombiniert und daraus ihre eigene Choreografie entwickelt hat. Im Senegal hat Acogny über mehr als fünf Jahrzehnte als Tänzerin und Lehrerin afrikanische Schüler:innen als auch weltweit viele junge Tänzer:innen ausgebildet und wurde zu einer der prägenden künstlerischen Persönlichkeiten des afrikanischen Kontinents.
Buch & Regie: Greta-Marie Becker; Kamera: Sophie Maintigneux; Produzentin: Martina Haubrich (Cala Film); Verleih: Farbfilm; © 2026.
IN CASE WE NEVER MEET AGAIN
Regie: Noaz Desche, Beau Willimon und Pjotr Verzilov
Kinostart: 28.05.2026
Der aus Rumänien stammende, in Berlin lebende Regisseur Noaz Deshe zeigt am Beispiel einiger Protagonisten den Alltag während des Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Wie gehen ukrainische Familien und Paare mit der permanenten Bedrohung von außen um, wie verlaufen Beziehungen im Ausnahmezustand? Roman und Tania versuchen zwischen Kanada und der Ukraine ihre tiefe, aber brüchige Liebe zu retten. Lera, ihre Geschwister und Freunde suchen trotz des Krieges nach Trost in Beschäftigung und Erinnerungen an ihre Kindheit.
Buch & Regie: Noaz, Beau Willimon und Pjotr Verzilov; Kamera: Noaz Desche; Produzent: Andro Steinborn; Produktionsfirma: Telos Pictures; Kinoverleih: Port Au Prince Pictures. © 2026.
Beiträge zu den Dokus, die im März angelaufen sind, finden Sie hier:
→ zu den Kinostarts vom April








