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  • An einer Stelle wird die Bavaria die »europäische Filiale von Hollywood« genannt und das hört man in München, wo es die Bavaria-Filmstudios unter verschiedenen Dachgesellschaften nun zum hundertsten Geburtstag geschafft haben, natürlich gerne. In der auf Tempo geschnittenen Dokumentation »Wo Träume wahr werden – 100 Jahre Bavaria Film« (am Dienstagabend im BR in Erstausstrahlung) geht es im Sauseschritt durch deutsche/bayerische Filmgeschichte. Die findet fast Flop-frei statt. Nur wenn es um »den Film« geht, gelangt da ein bisschen Essig in den Geburtstagssekt.

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  • »Wer wird bleiben, wenn wir alle weglaufen«, fragte der junge Historiker Emanuel Ringelblum im Jahre 1940 eine Frau, die vor hatte, aus Warschau zu fliehen. Rachel Auerbach blieb. Und etwa 60 Mitstreiter taten es ihr gleich, wohl wissend, dass im Ghetto Hunger, Demütigung und der Tod auf sie warteten. Sie hinterließen ein bis nach Kriegsende vergrabenes Untergrundarchiv aus Tagebüchern, Fotos, Gedichten, Zeichnungen und NS-Schreiben. Im Dokumentarfilm von Roberta Grossmann wird »Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto« (bei Arte am Dienstagabend in Erstausstrahlung) zu einem Zeugnis, das Hass und Terror überdauert hat.

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  • Zwei Welten, die gegensätzlicher nicht sein könnten: Auf der einen Seite die archaische Weite der Insel Neu-Sibiriens, auf der jeden Sommer die Jagd nach Stoßzähnen von Mammuts beginnt. Durch die Erderwärmung taut der Permafrost auf und legt die seit tausenden von Jahren eingefrorenen Skelette frei. Auf der anderen Seite die kühle Welt wissenschaftlicher Konferenzen und Gen-Labore. Sie träumen davon, aus den aufgetauten Zellen neue Mammuts zu klonen oder sie komplett neu zu erschaffen. Aus diesen Gegensätzen zieht »Genesis 2.0« von Christian Frei und Maxim Arbugaev seine Spannung.

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    • Kino Tipps
  • Selten so relevant war das deutsche Fernsehen im Jahre 1979. Versteckt in den Dritten Programmen – schuld daran war der Mediensturm vor der Ausstrahlung – sendeten die ARD-Sender an vier Tagen eine amerikanische TV-Serie namens »Holocaust«. Es war, 34 Jahre nachdem das Morden der Nazis durch die Alliierten beendet werden konnte, eine Art zweite Befreiung. Diesmal wurden die Deutschen von der Verdrängung erlöst, die sie bis dahin umgeben hatte. Nun gab es nichts mehr zu Leugnen am Judenmord. Alice Agneskirchners Dokumentarfilm »Wie "Holocaust" ins Fernsehen kam«, zeigt, dass die Ausstrahlung, heute als kollektives Ereignis des Aufwachens empfunden, beinahe an Verdrängungskräften gescheitert wäre.

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    • TV Tipps
  • Diverse Zeitgenossen haben sie so beschrieben: Das brave, kleine Fräulein Eva. Ein Mädchen in München für die Liebe. Von eher plumper Gestalt. Blond und dümmlich. Eher Hausfrau als First Lady. Aber auch: die Braut des Bösen, das Anhängsel des Führers. Welche Rolle spielte Eva Braun, die heimliche Geliebte von Adolf Hitler, wirklich? Der erfahrene Dokumentarfilmer Michael Kloft hat aus vielen Originalquellen - darunter Aufnahmen, die Eva Braun selbst gefilmt und fotografiert hat - die zweiteilige Dokumentation »Eva Braun – Die Braut des Bösen« montiert. Der durch zusätzliche, erhellende Interviews abgerundete Film macht deutlich: die Braun war kein junges Dummchen, sie genoss ihre exklusive

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    • Online Tipps
  • Dreizehn sind in der Vorauswahl, drei werden nominiert werden, nur einer kann gewinnen. Anfang Mai 2019 wird wieder der Deutsche Filmpreis vergeben - die mit knapp drei Millionen Euros dotierten »Lolas«. Die diesjährige Jury für die Sparte Dokumentarfilm hat ihre Vornominierung fertig: 13 Dokumentarfilme wurden aufgerufen. Darunter befinden sich »sichere Kandidaten« und einige Überraschungen. Ein Top-Favorit allerdings ist nicht zu entdecken, aber immerhin zwei Sieger beim letztjährigen Deutschen Dokumentarfilmpreis sind nun auch bei den »Lolas« dabei. Und ein Film, den viele im Feld erwartet hätten, ist überraschenderweise nicht berücksichtigt worden.

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    • DOK News
  • Wenn aus Blödsinn Wahrheit fabriziert wird: Mit »Kubrick, Nixon und der Mann im Mond« (im Original noch präziser »Opération lune«) hat es der Filmemacher William Karel im Jahre 2002 geschafft, lange vor dem heutigen Fake-Präsidenten im Weißen Haus eine grandios gefakte »Mockumentary« über die angeblich im Studio gedrehte Mondlandung von Apollo 11 zu fabrizieren. Der Dokumentarfilm - basierend auf falschen Interviews und dem Zusammenhang entrissenes Archivmaterial - ist schon x-mal bei Arte gelaufen. Und jedes Mal warnt der Sender, dass alles nur ein Spaß ist. Aber was für ein herrlicher! Bis 10. Februar 2019 in der Arte-Mediathek abrufbar.

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  • Serienformate werden auch im dokumentarischen Fernsehen immer beliebter. Ein gutes Beispiel für ein solches Projekt ist die 2017 als deutsch-amerikanische Kooperation realisierte Doku-Serie »Mafia – Die Paten von New York«. ZDFinfo zeigt in der Nacht vom 17. auf den 18. Januar 2019 fünf der ingesamt acht Folgen. Sehenswert ist die Serie allemal – sie kombiniert Orginalaufnahmen und Interviews mit Spielszenen auf Kino-Niveau.

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  • Ein Luftschloss soll den Aufschwung bringen: In ihrem Dokumentarfilm »Parchim International« forschen Stefan Eberlein und Manuel Fenn einem Flughafenprojekt hinterher, das Mecklenburg-Vorpommern zum Dreh- und Angelpunkt des internationalen Flugverkehrs machen soll. Im Zentrum steht ein chinesischer Investor, der, das zeigt der Film auch, in seiner Heimat zum Erfolg getrieben wird. Der Film war 2017 für den Deutschen Dokumentarfilmpreis nominiert und ist bis 19. Januar 2019 in der Mediathek des MDR zu sehen.

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  • Ein Hochhaus als Spiegel der Gesellschaft. Nicht ohne Grund mit dem vielversprechenden Namen »Excelsior« nach dem ehemaligen Hotel benannt, das hier stand, hat das Gebäude schon einige Auf und Abs erlebt. Ebenso wie seine Bewohner. Geplant war es in den 1960er Jahren als exklusives Wohn- und Geschäftsgebäude mit rund 500 Einzimmerapartments im New Yorker Stil. Doch diese Träume sind geplatzt, das Haus war heruntergekommen und hat sich inzwischen wieder etwas erholt. Ganz oben befindet sich die luxuriöse Skybar Solar, mit Blick auf den Potsdamer Platz. In ihrem Dokumentarfilm »Berlin Excelsior« porträtieren Erik Lemke, der schon länger selbst in dem Haus

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    • Kino Tipps
  • Man hätte ihm nur zuhören müssen in den Hunderten von Songs und den zahllosen Interviews, in denen der amerikanische Musiker Frank Zappa alles sagte, was ihn, seine Kunst und das Verständnis von einem Leben für die Musik ausmachte. Mehr als 20 Jahre nach dem Tod des Musikers hat der deutsche Filmemacher Thorsten Schütte mit »Eat that Question - Frank Zappa in his own words« (beim SWR noch bis 16. Januar 2019 in der Mediathek abrufbar) den ultimativen Film zur Neu- und Wiederentdeckung dieses Genies erstellt. In 90 Minuten kommt fast ausschließlich einer zu Wort: Zappa wie er singt, wie er lamentiert,

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  • Lachen hilft, das Leben zu nehmen, wie es ist: Carolin Genreiths Dokumentarfilm »Happy« ist der Beweis, dass es durchaus humorvolle Dokumentarfilme geben kann. Es geht um den Vater der Filmemacherin, der in Thailand eine neue Liebe gefunden hat. Seine Tochter ist davon nicht begeistert und hinterfragt seine Pläne und sein egoistisches Verhalten in der Vergangenheit. Die Dialoge haben Witz durch die Klischees, gegen die ihr Vater permanent anrennen muss. Schließlich ist er mit Tukta in Thailand seit drei Jahren liiert und die Hochzeit steht an. Der WDR zeigt den unter anderem vom Filmkritikerverband bei der Berlinale 2018 ausgezeichneten Dokumentarfilm noch

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