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Deutscher Dokumentarfilmpreis 2020: Interview mit Elke Lehrenkrauss, „Lovemobil“

„Meine Herangehensweise war nicht, etwas über Prostitution machen zu wollen, mich interessierte vielmehr das gesellschaftliche Bild, das dahintersteht“, beschreibt Elke Lehrenkrauss ihre Motivation, Sexarbeiterinnen mit der Kamera zu begleiten.

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Doku „Lovemobil“ begleitet das Leben von Sexarbeiterinnen

Neonbeleuchtete Wohnwagen irgendwo im Nirgendwo der niedersächsischen Provinz – hier, am Rande einer dicht befahrenen Bundesstraße, gehen Sexarbeiterinnen aus aller Welt ihrer Arbeit nach. Elke Lehrenkrauss hat einige dieser Frauen drei Jahre lang mit der Kamera begleitet, um ihre Perspektive zu schildern und Einblicke in ihr oftmals kompliziertes Leben zu geben.

Entstanden ist ein Dokumentarfilm, der mehr noch als mit hervorragendem Handwerk vor allem dadurch berührt, dass Lehrenkrauss nicht urteilt. Der Film lebt von vorurteilsfreier Nähe und einer großen Offenheit der Protagonistinnen gegenüber dem Filmteam. „Für die Protagonistinnen wurde der Film schließlich auch zum Katalysator, ihre Sachen zu packen und aus der Sexarbeit auszusteigen“, erzählt die Regisseurin, „ich könnte mich niemals über einen Preis freuen, wenn ich wüsste, die sitzen immer noch da.“

Deutscher Dokumentarfilmpreis 2020 für Elke Lehrenkrauss

„Menschliches wie filmisches Feingefühl“ beweise Lehrenkrauss im Umgang mit den jungen Frauen, so die Jury des Deutschen Dokumentarfilmpreises, die Elke Lehrenkrauss 2020 für „Lovemobil“ ausgezeichnet hat. Der Preis wird vom SWR und der MFG Baden-Württemberg gestiftet und ist mit 20.000 € dotiert. In diesem Jahr ist er zweigeteilt. Neben Lehrenkrauss wurde Feras Fayyad für seinen Dokumentarfilm „The Cave – Eine Klinik im Untergrund“ ausgezeichnet.

Elke Lehrenkrauss im Interview mit Ulrike Becker, Geschäftsführerin Haus des Dokumentarfilms

Das Gespräch mit der Regisseurin und Künstlerin Elke Margarete Lehrenkrauss führte Ulrike Becker vom Haus des Dokumentarfilms.

LOVEMOBIL. Buch und Regie: Elke Margarete Lehrenkrauss; Kamera: Christoph Rohrscheidt; Montage: Elke Margarete Lehrenkrauss; Ton: Henrik Cordes, Elke Margarete Lehrenkrauss; Musik: Dascha Dauenhauer; Produktion: Elke Margarete Lehrenkrauss. Koproduktion: NDR; Filmförderung: nordmedia Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH; Stipendium „cast&cut“ der Stiftung Kulturregion Hannover. Deutschland 2019 – 103 Minuten; FSK 18

(Elisa Reznicek / Ulrike Becker)

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