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Deutscher Dokumentarfilmpreis 2020: Interview mit Feras Fayyad, „The Cave“

Am 1. Juli wurde der Deutsche Dokumentarfilmpreis erstmals digital vergeben. Einer der beiden Träger der Auszeichnung ist Feras Fayyad mit „The Cave – Eine Klinik im Untergrund“. Mit DOKVILLE Kuratorin Astrid Beyer sprach er über die inhaltliche Entwicklung der Doku und seine Verantwortung als syrischer Filmemacher.

„The Cave – Eine Klinik im Untergrund“ von Feras Fayyad

The Cave Filmbild

Feras Fayyad liefert mit seinem neuen Dokumentarfilm „The Cave“, nach „Last Men in Aleppo“, bereits den zweiten Oscar-Anwärter. In seinem Werk hält er das Leben und die Arbeit der 30-jährigen angehenden Kinderärztin Dr. Amani fest, die mit ihrem Team mitten im Untergrund des Kriegsgebietes von Syrien ihrer Arbeit nachgeht. Der Film taucht ein in das unterirdische Feldkrankenhaus und macht sichtbar, wie trotz des ganzen Leids, der schweren Bombardierungen und eines Giftgaseinsatzes Gefühle von Solidarität, Mut und Herzlichkeit den dortigen Alltag dominieren.

Die Produktion, die auch im Rahmen des Doku-Sommers im Ersten gezeigt wurde, ist noch bis 31.07.2020 in der ARD Mediathek (ab 22 Uhr) verfügbar. 

Feras Fayyad im Interview mit DOKVILLE Kuratorin Astrid Beyer

Mit DOKVILLE Kuratorin Astrid Beyer sprach Feras Fayyad über die inhaltliche Entwicklung von „The Cave“, über seine Verantwortung als syrischer Filmemacher gegenüber seiner Kultur und über seinen neuen Film, an dem er mitten im Corona-Lockdown anfing zu arbeiten.

Es wird ein persönlicher Film über sein Er- und Überleben der berüchtigten Folterabteilung 251 des syrischen Geheimdienstes. Fayyad sprach erstmals Anfang Juni 2020 als erster Zeuge im Prozess über seine insgesamt 18-monatige Haft. Angeklagt ist Anwar R., ehemaliger Leiter der Abteilung 251, wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit, 58-fachen Mordes, Folter in mindestens 4.000 Fällen, Vergewaltigung und sexueller Nötigung. Die Beweislast ist erdrückend.

EINE KLINIK IM UNTERGRUND – THE CAVE. Buch: Alisar Hasan, Feras Fayyad. Regie: Feras Fayyad. Kamera: Muhammed Khair Al Shami, Ammar Suleiman, Mohammed Eyad. Montage: Per K. Kirkegaard, Denniz Göl Bertelsen. Ton: Peter Albrechtsen. Musik: Matthew Herbert. Produktion: Danish Documentary Production. Koproduktion: ma.ja.de Filmproduktions GmbH, Hecat Studio Paris, Madam Films; Zusammenarbeit mit National Geographic, SWR, TV 2. Filmförderung: DOHA, Sun Yat-Sen Cultural Foundation, International Media Support, The Danish Film Institute Development, Docs Up Fund, Normandie for Peace. Syrien, Dänemark, Deutschland, USA und Katar 2019 – 95 Minuten. FSK: ohne Angabe

Hintergrund: Deutscher Dokumentarfilmpreis für zwei Produktionen

Der Deutsche Dokumentarfilmpreis ist einer der höchstdotierten Auszeichnungen für Dokumentarfilme in Deutschland und wird von der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk verliehen. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis ging 2020 nicht an einen Film, sondern wurde von der Jury auf Elke Margarete Lehrenkrauss für „Lovemobil“ und Feras Fayyad für „The Cave – Eine Klinik im Untergrund“ aufgeteilt. Die Verleihung, sonst feierlicher Ausklang der beiden partnerschaftlich verbundenen Veranstaltungen SWR Doku Festival und DOKVILLE, fand erstmals digital statt. 

(Astrid Beyer)

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