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Virtuell: Ephraim Kishon „Lachen, um zu überleben“

Der für den 5.11. geplante Dokumentarfilm-Abend im Innenstadtkino Metropol in Stuttgart findet in diesem Jahr digital statt. Gezeigt wird Dominik Wesselys filmisches Porträt „Lachen, um zu überleben“ über Ephraim Kishon im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen 2020. 

Ankündigung des Dokumentarfilmabends "Ephraim Kishon. Lachen um zu überleben" 

„Weltmeister des Humors“ hat man Ephraim Kishon genannt, und er hat sich diesen Titel gerne gefallen lassen. „Drehn Sie sich um, Frau Lot!“, „Der Blaumilchkanal“ oder „Pardon, wir haben gewonnen“ lauten nur einige seiner populärsten Titel.

Ephraim Kishon, der „Weltmeister des Humors“

Ephraim Kishon brachte Deutschen und Österreichern nach dem Zweiten Weltkrieg bei, dass man über Juden auch lachen kann (und darf). Dafür wurde er geliebt – drei Viertel seiner Gesamtauflage von mehr als 43 Millionen Büchern verkaufte er im deutschsprachigen Raum. Bis heute zählt Ephraim Kishon zu den erfolgreichsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts.

Wenn das Überleben ein Wunder ist

Bevor er 1949 als junger Mann nach Israel auswanderte, hatte Ephraim Kishon bereits zwei Diktaturen überlebt. Zunächst verfolgten ihn und seine Familie ungarische Faschisten und Nationalsozialisten, nach dem Krieg geriet er ins Visier stalinistischer Funktionäre. Es habe „mehr als ein Wunder benötigt, um im Dritten Reich zu überleben“, sagte er einmal. Eines dieser Wunder ereignete sich im Arbeitslager Jelšava. Der Kommandant des Lagers, ein passionierter Schachspieler, schickte den 20-jährigen Kishon nur deshalb nicht in die Gaskammern, weil er in ihm einen ernst zu nehmenden Brettspiel-Gegner fand.

 „Lachen, um zu überleben“ zeigt Aufnahmen aus dem Privatarchiv

Bild: Ephraim Kishon mit Partnerin am Meer, sie wirken glücklich (by Familie Kishon)

Diese und ähnliche Episoden werden in „Lachen, um zu überleben“ mit originellen Cartoons des Animationskünstlers Yorgos Karagiorgos bebildert. Für den Film gewährte die Familie des 2005 verstorbenen Autors dem Grimme-Preisträger Dominik Wessely erstmals Zugang zu ihrem privaten Archiv. In sehr persönlichen Gesprächen und mit Hilfe zahlreicher bislang unveröffentlichter Super-8-Aufnahmen ist das intime Porträt eines leidenschaftlichen Menschen entstanden.

Lesung würdigt eine besondere Freundschaft

Regisseur Dominik Wessely liest im Anschluss an die Filmvorführung im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen Stuttgart aus dem Briefwechsel Ephraim Kishons mit seinem Übersetzer Friedrich Torberg. Knapp zwanzig Jahre währte der Kontakt: von der ersten Begegnung im Sommer 1960 bis zu Torbergs Tod im November 1979. Rund 1000 Briefe sind zwischen den beiden hin und her gegangen. Sie sind Zeugnis einer literarisch fruchtbaren und immens erfolgreichen Zusammenarbeit und einer wunderbaren, wenngleich nicht immer konfliktfreien Freundschaft.

Portraitbild von Dominik Wessely by Grischa Schmitz/PR

Filmgespräch mit dem Regisseur Dominik Wessely

Im Anschluss an die Lesung findet das Filmgespräch zwischen Dominik Wessely (Bild links) und Astrid Beyer statt. Beyer arbeitet als Kuratorin für das Haus des Dokumentarfilms und zeichnet für den Branchentreff DOKVIILE sowie die Meisterklassen im HDF verantwortlich.  

Veranstaltung findet am 05.11.2020 virtuell statt

EPHRAIM KISHON – LACHEN, UM ZU ÜBERLEBEN wird wegen der aktuellen Corona-Verordnung digital stattfinden. Im Rahmen der von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen müssen die Kinos im November schließen. 

EPHRAIM KISHON – LACHEN, UM ZU ÜBERLEBEN
Dokumentarfilmporträt von Dominik Wessely / D, A, ISR 2017 / 52 Minuten

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Nach der Anmeldung erhalten Sie zwei Links, einen für den Film (einmalig abrufbar am 05.11.2020 zwischen 18 Uhr und 22 Uhr) und einen für das Gespräch (unbegrenzt abrufbar). 

Alle, die direkt im HDF für die Veranstaltung im Metropol Kino Tickets reserviert hatten, bekommen die Mail mit den Zugangsdaten automatisch. Alle anderen melden sich bitte bis spätestens DO, 5.11., 12 Uhr, bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an. Vielen Dank!

Hinweis: Die Links können nur innerhalb Deutschlands aufgerufen werden.

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Tags: doknews, Veranstaltung

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