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FIAF zeichnet Jean-Luc Godard aus

FIAF ist die internationale Vereinigung der Filmarchive und das wichtigste Netzwerk von Kinematheken und Archiven rund um die Welt.

Bei Ihrer 75. Jahrestagung in der Cinémathèque Suisse in Lausanne im Casino de Montbean zeichneten sie in einer feierlichen Zeremonie den legendären französisch-schweizerischen Filmemacher Jean-Luc Godard mit dem 2019 FIAF Award aus. Godard nahm den Preis in Erinnerung an Iris Barry (1895-1969), die 1935 die erste Kuratorin der Museum of Modern Art Film Library in New York war. Sie gehörte zu den Gründern der FIAF. 

 

GODARD 1979 Cinémathèque suisse Collection All rights reserved

Der FIAF Award wurde 2001 erstmals verliehen an Martin Scorsese. Weitere Ausgezeichnete waren Ingmar Bergman (2003), Mike Leigh (2005), Hou Hsio-hsien (2006), Peter Boddanovich (2007), die gerade verstorbene Agnès Varda (2013) und Christopher Nolan (2017). Nun also Jean-Luc Godard, der weltweit zu den wichtigsten und provokativsten Regisseure gehört und zu den Pionieren der Nouvelle Vogue in Frankreich gehört. Sein ganzes Filmschaffen experimentierte er mit neuen Erzählweisen des Kinos und beeinflusste junge Filmemacher. FIAF-Präsident Frédéric Maire und Leiter der Cinémathèque Suisse begründete die Juryentscheidung folgendermaßen: »Jean-Luc Godard’s Kreativität ist tief verwurzelt in seinem großen Wissen der Filmgeschichte und seiner Jahre als Filmkritiker für die Zeitschrift ‚Cahiers du Cinéma. Er ist ein spiritueller Sohn der französischen Kinemathek und von Henry Langlois, den er rückhaltlos unterstützte in schwierigen Zeiten der Nachwehen von 1968. Er war immer sehr interessiert in Filmtechniken, von leichten Kameras zu moderner digitaler Ausrüstung. Er half Jean-Pierre Beauviala (Aaton) neue kleine 35 mm Kameras zu entwickeln und experimentierte mit 3D (‚Adieu au langage‘) und 7.1 Ton (‚Le Livre d’image‘). In den frühen 1970er Jahren war er zusammen mit Carole Roussopoulos der erste französische Filmemacher, der die Möglichkeiten des tragbaren Sony-Videosystems ausprobierte.« 

Als er Mitte der 1970er Jahre in die Schweiz zurückkehrte, knüpfte er Verbindungen mit der Cinémathèque Suisse und seinem langjährigen Direktor Freddy Buache. Die Produktion einiger seiner Filme wurde von der Kinemathek unterstützt und half dem Archiv, wenn immer notwendig. Viele von Godards Filmen bezögen sich auf die Filmgeschichte und zollt den Klassikern Respekt. Seine gefeierten Serie „Histoire(s) du cinéma“ beschäftigte er sich mit Filmgeschichte ebenso wie in seinen jüngsten Film „Le livre d’image“ (2018), mit dem er eine Goldene Palme in Cannes gewann als Spezialpreis. 

(Kay Hoffmann)

Tags: doknews

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