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Rückblick Dokville 2010: »Neukölln Unlimited«

»Animierte Wirklichkeit – Zwischen Fakt und Fiktion« lautet der diesjährige Dokville Titel. Doch ein Blick in die Programmhefte zeigt, AnimaDok war bei dem Branchentreff immer präsent. Wir starten unseren Rückblick im Jahr 2010 mit „Neukölln Unlimited“ von Agostino Imondi und Dietmar Ratsch. 

 

Dokville 2010

Die Geschwister Lial, Hassan und Maradona Akkouch wachsen im multikulturellen Bezirk Berlin-Neukölln auf. Ihre Jugend ist geprägt von der Leidenschaft für Breakdance und Musik. Der Film begleitet die selbstbewussten Geschwister ein Jahr lang mit der Kamera in ihrem Alltag, der nicht nur vom großen Traum einer Tanzkarriere, sondern auch vom Kampf der Familie für ihr Bleiberecht bestimmt wird. Tragische Erlebnisse der Familie werden als Animation dargestellt. 

Die Geschwister, deren Familie im Libanon vor dem Bürgerkrieg geflohen ist, leben seit frühester Kindheit im Berliner Bezirk Neukölln, der vor allem mit Berichten über Jugendkriminalität- und Gewalt für Negativschlagzeilen sorgt. Als talentierte Tänzer und Musiker sind die Akkouch-Geschwister in der Streetdance- und Hiphop-Szene auch über die Grenzen Berlins hinaus bekannt. 

neukoelln unlimited

Lial (19) und Hassan (18), der deutscher Meister im Breakdance ist, schmieden einen Plan, um mit ihrer Kunst den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Sie wollen so einer Abschiebung entgegenwirken, die sie schon einmal erlebt haben. Zwar konnte die Familie nach Deutschland zurückkehren, eine erneute Ausweisung kann jedoch jederzeit erfolgen. Auch, weil der jüngste der Geschwister, Maradona (14) seinen Aggressionen auf der Straße und im schulischen Umfeld freien Lauf lässt und wegen Waffenbesitzes zeitweise von der Schule suspendiert wird. 

 

Die tragischen Ereignisse der Abschiebung aus dem Jahr 2003 werden anhand animierter, stilistisch an Graffiti angelehnter Comic-Szenen gestaltet. Auch hier wird eine Parallele zur Hiphop und Brakedance-Kultur, dem künstlerischen Umfeld der Geschwister, gezogen. Das Gefühl der Entfremdung und Bedrohung ist in den Animationsteilen des Films deutlich spürbar.

Der Link zum Film: https://vimeo.com/ondemand/neukollnunlimited

(Astrid Beyer)

Tags: dokville

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