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28. Internationales Trickfilmfestival: online only

Das 28. Internationale Trickfilmfestival, kurz ITFS, findet 2021 aufgrund von Corona online statt. Präsentiert wird von 4. bis 9. Mai ein buntes Live-Programm zu Themen wie „Creating*Diversity“ und „Pandemic Animation“. Ausgewählte Filme sind in der Mediathek von 3. bis 16. Mai verfügbar. 

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Als hybrides Festival geplant wandert das diesjährige ITFS wegen der Pandemie nun doch komplett ins Internet. Doch damit haben die Veranstalter schon im ersten Corona-Jahr viel Erfahrung gesammelt, so der künstlerische Geschäftsführer Ulrich Wegenast bei der Auftakt-Pressekonferenz. Das ITFS gehörte damals zu den ersten Festivals, die das Abenteuer online only wagten. Darauf könne man in diesem Jahr aufbauen. Trotzdem sollen „die Begegnung und der Austausch der Bevölkerung und der Branchengäste (…) Kern des Festivals (…) bleiben“, konstatierte der Festivalleiter gegenüber der Presse.

Zusatzangebot ITFS VR Hub

Neu ist beim Online-Festival deshalb das ITFS VR Hub, in dem auch Virtual Reality-Neulinge interaktiv über den digitalen Schlossplatz wandeln und sich als Avatar mit anderen austauschen können. Dort gibt es zusätzliche Vorführungen, Talks und kreative DIY-Aktionen. Das Hub kann während des Festivals über OnlineFestival.ITFS.de besucht werden.

Programmhighlights: „Creating*Diversity“ und „Pandemic Animation“

Das ITFS greift in diesem Jahr mit den Programmschwerpunkten „Creating*Diversity“ und „Pandemic Animation“ aktuelle gesellschaftliche und politische Diskurse auf. Themen zum ersten Schwerpunkt, wie Transgender, sexuelle Orientierung und Migration, werden in Filmen wie dem animierten Kurzfilm „All Those Sensations in My Belly“ (Marko Djeska, 2020, Kroatien/Portugal) oder dem iranischen Werk „Anima“ (Mahboobeh Mohammadzaki, 2020) behandelt. Im Kurzfilmprogramm „Pandemic Animation“ greifen Filme wie „Quarantine“ (2020) von Ivan Andreevski aus Mazedonien den Alltag in der Corona-Krise auf.  

 

Still all those sensations in my belly by ITFS  Still anima by ITFS
Filmstills aus "All Those Sensations in My Belly" und "Anima" © Internationales Trickfilm-Festival Stuttgart

 

Neben vielen weiteren Highlights, wie dem Schwerpunkt „Wonderwomen – Frauen in Games & Animation“ (siehe auch: „AnimaDok – Wo sind die Frauen?“, ein Panel bei DOKVILLE 2019) werden in unterschiedlichen Wettbewerbskategorien Kurz- und Langfilme mit Preisgeldern über insgesamt 60.000 Euro ausgezeichnet. Diese wurden aus rund 2.000 eingereichten Filmen aus mehr als 80 Ländern ausgewählt.

Animierte Dokus beim ITFS

Im Wettbewerb läuft in diesem Jahr leider kein Langfilm mit dokumentarischen Elementen, jedoch gibt es spannende Kurzfilme rund um das Genre. Mit dabei ist unter anderem „Just a Guy“ (Shoko Hara, 2019, Deutschland), ein animierter Dokumentarfilm über drei Frauen, die von ihrer Liebe zu Richard Ramirez, einem inhaftierten Serienmörder und Vergewaltiger, erzählen. Er läuft nicht nur in der Kategorie „Internationaler Wettbewerb 2020“, sondern auch im Rahmenprogramm bei „BW-Rolle: Die besten Filme aus Baden-Württemberg 2020/2021“. Außerdem ist er Thema bei einem Drehbuch-Workshop (ONLINE PRO-Ticket).

Auf der Faszination von „True Crime“ lag bereits bei DOKVILLE 2018 ein Fokus mit „Killing for Love“ und „Höllental“.

In der Wettbewerbsrubrik „Young Animation 2021“ zeigt das ITFS außerdem die Geister-Doku „Strange Occurences: Bukit Bulabu“ zum Thema Aberglaube (Hana Lee, Wong Shi Teng, Gloria Yeo, 2020 Singapur). In der Kategorie „Trickstar Natur 2021“ ist die polnische Produktion „Odplyw“ (Kasia Nalewajka, 2020) über einen Krabben-Junggesellen zu sehen, die das Genre des Naturdokumentarfilms als Mittel der Inszenierung nutzt.

Hier finden Sie alle Events des ITFS sowie die jeweiligen Sendezeiten.

Animation und Dokumentarfilm – wie passt das zusammen?

Animierte Elemente im Dokumentarfilm werden zum Beispiel eingesetzt, um komplexe Inhalte nachzuzeichnen oder Unzeigbares zeigbar zu machen. Das konstatierte etwa Till Grahl, der wissenschaftlich-künstlerische Leiter des Deutschen Instituts Animationsfilm (DIAF) in seiner Keynote zu DOKVILLE 2019. Im Panel „Innere Welten sichtbar machen“ wurde dort unter anderem der animierte Dokumentarfilm „Chris the Swiss“ thematisiert über den mysteriösen Tod eines Schweizer Journalisten, der als Söldner im Jugoslawienkrieg ermordet wurde.

Informationen rund um das ITFS: Programm und Tickets

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Unter OnlineFestival.ITFS.de bringt ein kostenloser Livestream das Open-Air-Feeling des Stuttgarter Schlossplatzes auf die heimischen Bildschirme. Dieser zeigt von 4. bis 9. Mai ein umfangreiches Familien- (nachmittags ab 14 Uhr) sowie das Erwachsenenprogramm (von 17 bis 22 Uhr). Junge Animationsfilmbegeisterte können außerdem „Tricks für Kids“, das Kinderfilmfestival des ITFS besuchen. Der digitale Spielplatz „GameZone“ für Kinder und Erwachsene ergänzt das Angebot.

Neben dem kostenfreien Programm im Livestream stehen zwei Ticket-Formate zur Verfügung: der Festivalpass ONLINE+ fürs Publikum via Video on Demand (verfügbar in der Mediathek von 3. bis 16. Mai) sowie das ONLINE PRO-Ticket für Professionals mit Live-Workshops und Studiopräsentationen.

Weitere Veranstaltungen: APDs, FMX und DOKVILLE 2021

Parallel zum ITFS finden von 4. bis 7. Mai die „15. Animation Production Days“ (APDs) statt, der einzige auf Animationsprojekte spezialisierte Koproduktions- und Finanzierungsmarkt in Deutschland. Außerdem wird von 4. bis 6. Mai die „FMX 2021“ veranstaltet, eine der weltweit wichtigsten Konferenzen für digitales Entertainment.

Wir vom Haus des Dokumentarfilms freuen uns auf unseren Branchentreff DOKVILLE 2021 zum Thema „Doku Serien. Experimentell. Vielfältig.“ vom 17. bis 19. Juni 2021 – ebenfalls „online only“, übertragen als Livestream.

(Stefanie Roloff)

Tags: doknews

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