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„Dear Future Children“ – Doku über jungen Aktivismus

In seinem Dokumentarfilm „Dear Future Children“, der 2021 in die Kinos kommt, beschäftigt sich Franz Böhm, junger Filmemacher aus Stuttgart, mit dem weltweiten Phänomen von jungem Aktivismus. Wir sprachen mit ihm über die Produktion und den aktuellen Stand des Projekts.

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Franz Böhm hat als junger Filmemacher schon an vielen Sets gearbeitet und mehrere Filmprojekte realisiert. Unter anderem hat er für seinen Dokumentarfilm „Christmas Wishes“ (2017) mehrere Wochen lang mit Menschen aus der Obdachlosen-Szene in Berlin verbracht. Derzeit arbeitet er mit seinem internationalen Team an der Auswertung des bereits fertig produzierten Films „Dear Future Children“. Die Doku soll im kommenden Jahr (2021) auf Kino- und Festivaltour gehen. Annika Weißhaar vom Haus des Dokumentarfilms hat mit Franz Böhm über seinen neuen Film gesprochen.

„Dear Future Children“: Aktivismus im Brennglas

„,Dear Future Children‘ erforscht den Einfluss und die Auswirkungen von Aktivismus auf das Leben unserer drei jungen Protagonistinnen aus Hongkong, Chile und Uganda“, fasst Franz Böhm den Inhalt des Films zusammen. Voraus ging ihm eine intensive und langwierige Recherche: „Wir wollten weltweit drei Aktivist*innen finden, die am besten so unterschiedlich wie möglich sind. Aktivist*innen, die in ihren Heimatländern hoch engagiert sind und besonders: in unterschiedlichen Bewegungen.“ Im Fokus stehen: Pepper in Hongkong als Aktivistin für Demokratie und Unabhängigkeit. Protagonistin Rayen aus Chile im Kampf für mehr soziale Gerechtigkeit. Und Hilda als junge Klimaaktivistin in Uganda. Was sie verbindet „ist der Kampf für die Zukunft und die zukünftigen Generationen. ‚Dear Future Children‘ ist auch ein Zitat von Hilda aus dem Film,“ so Böhm.

Der Dokumentarfilm als bestes Medium

Für Franz Böhm und sein Team war ein Dokumentarfilm für diese Thematik genau das richtige Medium.Mit einer klugen Vorgehensweise und dem richtigen Respekt wollten wir mit diesem Film in die Leben der Protagonistinnen eintauchen. Wir möchten den Zuschauenden ein Gefühl dafür geben, wie es ist, an den Frontlines in Chile oder Hongkong zu sein. Gleichzeitig spürt man im Film auch, wie schwer und Kräfte zehrend der Klimaaktivismus in Uganda ist – mit brutalen Auswirkungen auf die Menschen selbst.“

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Rayen aus Chile. Foto: Nightrunner Productions. Pepper aus Honkong. Foto: Nightrunner Productions. Hilda aus Uganda. Foto: Nightrunner Productions.

 

„Unser Alter hat eher Türen geöffnet als geschlossen“

Dass das junge Filmteam tatsächlich auch so nah an die Protagonistinnen herangehen konnte, war für Franz Böhm eine sehr besondere Erfahrung. „Die Aktivistinnen haben es begrüßt, dass ein junges Team – mit ebenso begrenzten Mitteln – einen Film über junge Menschen macht. Wir sprechen die gleiche Sprache, wir haben die gleichen Probleme, können sie vielleicht ein bisschen besser verstehen und nehmen uns auch genug Zeit.“ Zusammen mit seinem Team ist er zu den Aktivistinnen gereist, hat sie unter anderem bei Demonstrationen begleitet.Während abendlichen Kneipengesprächen konnte er so sein Vorhaben in aller Ehrlichkeit kommunizieren und ein besonderes Vertrauensverhältnis aufbauen.

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Hinter den Kulissen in Uganda. (C) Nightrunner Productions. Hinter den Kulissen in Hongkong. (C) Nightrunner Productions. Hinter den Kulissen: Produktion. (C) Nightrunner Productions.

 

Drei Werte für eine gelungene Arbeitsweise

Um das dann auch filmisch erfolgreich umzusetzen, setzt Franz Böhm vor allem auf Teamarbeit, Ausdauer und Vertrauen. „Das Vertrauensverhältnis zwischen Protagonist*in und Regisseur*in muss, meines Erachtens, von Anfang an gepflegt werden. Das heißt, man sollte sich hierbei an Versprechen und Regeln halten, die man im Vorfeld festgelegt hat. Denn auf langfristige Sicht zerstört man sonst auch das Vertrauensverhältnis gegenüber Filmschaffenden generell.“ Zudem sorgt nur ein funktionierendes Team für Erfolg: Wir mussten teilweise oft sehr hartnäckig sein, bis wir gewisse Türen eintreten konnten. Beispielsweise im zweiten Drehblock in Hongkong mitten in der Pandemie. Das ging nur dadurch, dass alle Teammitglieder super funktioniert haben.“

„Dear Future Children“ – Auswertung 2021

Im kommenden Jahr soll der durch Crowdfunding und die MFG Baden-Württemberg finanzierte Dokumentarfilm in Kinos und auf Festivals zu sehen sein. Auch Kooperationen an und mit verschiedenen Bildungseinrichtungen sind geplant. „Begleitet werden die Veranstaltungen von Q&As oder Panel-Diskussionen mit Politiker*innen oder Entscheidungstragenden. Wir freuen uns, um dieses Projekt eine kleine eigene Bewegung zu schaffen. Es ist ein Film, der von der Interaktion und den Gesprächen mit den Zuschauenden lebt.“

(Annika Weißhaar)


Das Interview mit Franz Böhm von „Dear Future Children“ können Sie auch in unserem Artikel „Franz Böhm: Wir erleben eine Hochzeit des jungen Aktivismus“ nachlesen. Erfahren Sie unter anderem mehr über die Finanzierung des Projekts, die Fragen, die das Team an jungen Aktivismus stellt und was Franz Böhm und sein Team in der Projektzeit dazugelernt haben.

Tags: doknews

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