Dienstag, 7. August
Einsfestival, 17.00: Seelenmord
Entsetzen greift um sich, wenn Jugendliche Passanten zu Tode prügeln und jugendliche Amokläufer in Schulen Massaker an Unschuldigen verüben. Gleichzeitig aber werden beständig alle warnenden Hinweise ignoriert, die alltäglich signalisieren, dass wir uns längst auf dem Weg hin zu einer gewaltorientierten und rücksichtslosen Gesellschaft befinden. Erschreckende Gewaltbereitschaft meist Jugendlicher in der Öffentlichkeit, extreme Saufgelage unter Minderjährigen, exzessive Sexualerfahrungen schon im Kindesalter, Gleichgültigkeit und mangelnde Erziehungsverantwortung von Eltern gegenüber ihren Kindern, Gefühlsverarmung und - verwahrlosung vor allem bei den Heranwachsenden. In ihrem eindringlichen Film beschreibt die Autorin Dorit Vaarning, wie sehr Kinder und Jugendliche heute einer Welt ausgesetzt sind, in der Werte wie auch Tabus scheinbar nichts mehr gelten, in der Liebe immer öfter mit Sex und Pornographie gleichgestellt und Gewalt zum Spiel und Unterhaltungsprogramm geworden sind.
Seelenmord
Regie: Dorit Vaarning, Dokumentation, 45 Minuten
Arte, 20.15: Addicted to Plastic
Seit rund hundert Jahren sind Kunststoffe zum festen Bestandteil des Alltags geworden. Doch der Preis für ihren vielseitigen Einsatz sind Müllberge und giftige Altlasten in der ganzen Welt. Wie lässt sich diese Umweltverschmutzung eindämmen? Gibt es tragfähige Lösungen für die Wiederverwendung des künstlichen Rohstoffs, den Umgang mit seinen toxischen Eigenschaften und zur Verbesserung seiner biologischen Abbaubarkeit? Drei Jahre lang recherchierte das Team um Filmemacher Ian Connacher in zwölf Ländern auf fünf Erdteilen. Und auch im Pazifik wurden sie fündig. Dort haben die Plastikabfälle inzwischen erschreckende Ausmaße angenommen. Doch Interviews mit Wissenschaftlern und Experten zeigen Wege in eine hoffnungsvolle Zukunft auf - hoffnungsvoll sowohl für die Erde als auch für die Kunststoffe.
Addicted to Plastic
Regie: Ian Connacher, Dokumentarfilm, D 2007, 85 Minuten
Arte, 21.40: Das Mafia-Paradies
Wer an Kuba denkt, dem kommen in erster Linie Fidel Castro, Ernesto "Ché" Guevara, die sozialistische Revolution von 1959 und die Kuba-Krise zu Beginn der 60er Jahre in den Sinn. Aber was geschah vor dieser Zeit auf der Karibik-Insel? Im März 1952 riss General Fulgencio Batista y Zaldívar durch einen Militärputsch mit Hilfe des amerikanischen Geheimdienstes CIA die Macht auf Kuba an sich. Danach hätte der Inselstaat eine der zahlreichen, von Washington kontrollierten Militärdiktaturen im Hinterhof der USA werden können. Aber unter Batista wurde daraus mehr: Es entstand ein Mafia-Staat. Kuba wurde, sagt der US-amerikanische Politologe Karl E. Meyer, "zum Bordell der USA". Auf Kuba hatte die Mafia ihren Traum vom eigenen Staat fast verwirklicht - und nirgendwo stürzte sie tiefer und wurde entschiedener davongejagt. Die Dokumentation zeigt, vor welchem Hintergrund sich die sozialistische Revolution auf Kuba vollzog.
Das Mafia-Paradies
Regie: Bernhard Pfletschinger, Hans-Peter Weymar, Dokumentation, D 2012, 55 Minuten
ZDFkultur, 21.45: Last Days Here
Bobby Liebling, ehemaliger Frontmann der Heavy-Metal-Band Pentagram, ist am Tiefpunkt angelangt. Um die 50 Jahre alt, vegetiert er im Kellergeschoss seiner Eltern vor sich hin und verbringt seine Zeit mit exzessivem Drogenkonsum. Als Pentagrams Musik jedoch von der Underground-Szene wiederentdeckt wird, bekommt Liebling die Chance, seinem selbstzerstörerischen Lebensstil zu entsagen. Sein Manager und seine neue Freundin stehen ihm im Kampf gegen die Sucht und die inneren Dämonen bei. Der Dokumentarfilm von Don Argott und Demian Fenton, beide selbst Heavy-Metal-Musiker, zeigt den Fall und Aufstieg von Bobby Liebling, der über 36 Jahre lang Leadsänger und einziges konstantes Mitglied der wegweisenden US-amerikanischen Heavy-Metal-Gruppe Pentagram war. Seine Band zählt zu den Pionieren des Doom Metal und war vor allem in der Underground-Szene der 70er Jahre aktiv. Mit geringem Budget filmten Argott und Fenton über drei Jahre hinweg mehrere hundert Stunden Material aus Lieblings Leben. Frei von jeglichem Pathos montierten sie daraus eine zutiefst berührende Heldenreise. Deutsche TV-Premiere.
Last Days Here
Regie: Demian Fenton, Don Argott , Dokumentarfilm, USA 2011, 90 Minuten
WDR, 23.30: Kinshasa Symphony
Der Film handelt davon, wie Menschen inmitten einer der chaotischsten Städte der Welt eines der komplexesten Systeme menschlicher Zusammenarbeit aufbauen: ein Symphonieorchester. Es ist ein Film über den Kongo, über die Menschen von Kinshasa und über Musik. Die verschlungenen Wege dieser "Kinois" durch die unterschiedlichen Welten ihrer Stadt treffen zusammen im Probenraum des einzigen Symphonieorchesters nicht nur Kinshasas oder des Kongo, sondern des ganzen subsaharischen Afrika.
Kinshasa Symphony
Regie: Claus Wischmann, Martin Baer, Dokumentarfilm, D 2010, 95 Minuten
BR, 23.40: Bon Jovi – When we were beautiful
Seit 25 Jahren zählt Bon Jovi zu den erfolgreichsten Bands der Welt. Für seinen Dokumentarfilm "When We Were Beautiful" hat Regisseur Phil Griffin die fünf Rockmusiker auf ihrer "Lost Highway"-Tournee 2007 begleitet.
Bon Jovi - When we were beautiful
Regie: Phil Griffin, Dokumentarfilm, USA 2009, 80 Minuten
Arte, 22.50: Im Sumpf der Subventionen
Was passiert eigentlich genau mit den reichlich fließenden Fördermitteln der Europäischen Union? Kommen sie wirklich denjenigen zugute, die sie dringend benötigen oder erreichen sie eine geschickt agierende Klientel, die weiß, wie sie die begehrten Subventionen einstreichen kann? Außerdem werden nicht selten Millionen der von Brüssel gewährten Finanzhilfen veruntreut. Filmemacher Pierre-Emmanuel Luneau-Dorignac zeigt in seiner Dokumentation beispielhaft, wie der Weg des Geldes von einem französischen Kleinunternehmen zur italienischen Mafia und zur Geldwäsche führen kann. Außerdem ergaben die Recherchen von Luneau-Dorignac, dass einige ehemalige EU-Kommissare Beraterposten in Unternehmen bekleiden. Ein Umstand, der nicht unbedingt mit ihrer Loyalitätspflicht vereinbar ist.
Im Sumpf der Subventionen
Regie: Pierre-Emmanuel Luneau-Dorignac, Dokumentation, F 2010, 50 Minuten
(Katja Silberzahn | Quellen und Fotos: alle o.g. Sender und Webseiten, tvtv.de | Änderungen im Programm möglich)