Der in Kanada und Indien gedrehte und produzierte Dokumentarfilm "The Market" ist beim Indischen Filmfestival Stuttgart als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet worden. Er erhielt den „German Star of India", der auch in den Kategorien Spielfilm und Kurzfilm vergeben wurde. Regie bei dem Film über Organhandel in Indien führte Rama Rau. Die Jury lobte vor allem, dass der Film keine Lösung anbiete, sondern in den Köpfen der Zuschauer weiter wirke. Das Festival war am Sonntag zu Ende gegangen. Es soll 2013 erneut stattfinden.
Der Dokumentarfilm "The Market" bewies mit seinem Thema eindrücklich, dass sich die indische Filmwelt zunehmend vom süßlichen Bollywood-Klischee befreit. Das Film packt ein heißes Eisen an, das nicht nur ein indisches Thema ist, sondern auch in der westlichen Welt angesiedelt ist.
In Kanada wartet Sandra Bore seit fünf Jahren verzweifelt auf eine neue Niere. Mit gerade einmal 40 Jahren hat die Krankheit ihr Leben zum Stillstand gebracht. Zwischen ständigen Dialysen bleibt nicht viel Zeit und Kraft für die Familie. In einem Slum in Indien treffen wir Hema. Ihr bietet ein Zwischenhändler 2000 Dollar für eine Niere, was in diesen verarmten Verhältnissen ein sicheres Leben für mindestens drei Jahre garantieren würde. Allerdings ist sie völlig ahnungslos über die Gefahren, die der Verlust einer Niere birgt.
Die Jury des vom Filmbüro Baden-Württemberg veranstalteten Festivals lobte den Film: „Die Darstellung der emotionalen Zwickmühle, in der sich die gut gewählten Protagonisten des Filmes befinden, bietet keine einfache Lösung für das moralische Dilemma um den Organhandel und sorgt dafür, dass das Thema noch lange nach dem offenen Ende des Films in den Köpfen der Zuschauer weiterarbeitet.“
Auch der Film "Mother India" wurde von der Jury ausgezeichnet. Er erhielt eine "Lobende Erwähnung“ in dieser Kategorie.
(Thomas Schneider / Foto: Festival)