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TV-Tipps 4. Juli: Kämpfer

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Mittwoch, 4. Juli 2012

Einsfestival, 16.15: Meine Frau schlägt mich
Erzählen Sie mal als Mann, dass Ihre Frau Sie verprügelt. Man glaubt es kaum, aber häusliche Gewalt von Frauen gegen ihre Männer kommt kaum seltener vor als umgekehrt. Das belegen mehrere Untersuchungen. Doch die Öffentlichkeit nimmt diese Tatsache nicht wahr. Wie kommt das? Männer rufen in der Regel nicht die Polizei. Und wenn, erstatten sie selten Anzeige oder ziehen diese bald wieder zurück - vorausgesetzt die Polizei glaubt ihnen überhaupt. Doch Männer sind erpressbar, vor allem, wenn es gemeinsame Kinder gibt - Stichwort Sorgerecht. Schon wegen ihrer körperlichen Überlegenheit erwartet man von Männern, dass sie Attacken von Frauen locker abwehren, also gar keine Opfer sein können. Doch nicht Größe und Stärke sind Voraussetzungen für Gewalt. Es kommt vielmehr darauf an, ob jemand Kränkung und Ärger in Aggressivität umwandelt. Dann schlagen auch Frauen zu oder werfen mit Bügeleisen oder Küchenmessern. Und die Männer ertragen es, aus Schamgefühl, aber auch, weil es für sie kaum Beratung gibt.

Meine Frau schlägt mich
Regie: Ulrike Heimes, Sara Rainer, Dokumentation, 45 Minuten


Einsfestival, 17.00: Mädchenarrest
Die Mädchen in der Jugendarrestanstalt Wetter bei Hagen sind zu jung für das Gefängnis und werden trotzdem schon mit Härte und Haft bestraft. Die Jüngsten hier sind 14, sie kommen häufig aus armen Familien, haben keine gute Ausbildung. Viele von ihnen sind Gewalt gewohnt. Ob wegen Diebstahl, Körperverletzung oder Schule schwänzen: In Wetter hat sich die Zahl der Einlieferungen in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Die Zellen sind voll, denn Arrest ist kostengünstig: Keine Begleitung auf Dauer, nach wenigen Wochen vorbei. Wegschließen und auf den Schockeffekt hoffen, das fordern die Hardliner der Republik für diese Mädchen. Doch was passiert mit ihnen während der Haft? Der Film begleitet sie vor, während und nach dem Arrest. Ein Film über die Frage, was der Staat noch tun kann, wenn die Kinder aus dem Ruder laufen und zu Hause keiner da ist.

Mädchenarrest
Regie: Eva Müller, Dokumentation, 45 Minuten


ZDFkultur, 20.15: Der innere Krieg
Die US-Soldaten Ryan und Joseph kämpfen mit den Folgen ihrer Verletzungen. Während Joseph hofft, bald wieder einsatzbereit zu sein, zweifelt seine deutsche Frau Anett an der Mission. Bridget Jacksons Mann steht kurz vor seinem ersten Einsatz. Der Angst begegnet sie mit ihrem starken Glauben. Bridget König ist mit einem Deutschen verheiratet. Sie betreut Soldaten, deren Erlebnisse ihr keine Ruhe mehr lassen. Der Dokumentarfilm "Der innere Krieg" folgt Menschen auf deutschen US-Militärstützpunkten.

Der innere Krieg
Regie: Astrid Schult, Dokumentarfilm 2009, 75 Minuten


3sat, 21.05: Rousseaus Kinder
Der Genfer Aufklärer Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778) war ein Abenteurer, Querdenker, Naturforscher und Kulturmensch. In diesem Sinne lebten auch die Schweizer Auswanderer Ruth und Yule Kilcher. Anfang der 1940er Jahre verwirklichte das Paar an der Südküste Alaskas seinen Traum vom einfachen Leben im Einklang mit der Natur - 200 Jahre nach Rousseau und ohne sich explizit auf den berühmten Vordenker zu berufen, suchten Ruth und Yule Kilcher nach neuen Lebensformen fern vom Hitler-infizierten Europa und weitab von zivilisatorischen Einflüssen. Am Rande der Kachemak Bay errichteten sie ein Holzhaus, zogen acht Kinder groß und pflegten einen autarken Lebensstil. Die Dokumentation "Rousseaus Kinder" untersucht gemeinsam mit den Kilcher-Kindern, die heute alle um die 60 Jahre alt sind, wie das "einfache Leben" der Eltern ihre Biografien prägte, ob die Abwesenheit der Gesellschaft sie zu "besseren" Menschen machte und wie sich ihr Freiheitsbegriff definiert. Im Film kontrastieren oder ergänzen Zitate von Jean-Jacques Rousseau die Erinnerungen und Erfahrungen der "Naturkinder".

Rousseaus Kinder
Regie: Monika Schärer, Dokumentation, 55 Minuten, 3sat


ZDFkultur, 21.30: Uncle Sam wants you
In den USA gibt es keine Wehrpflicht - jeder Soldat hat sich freiwillig zum Dienst an der Waffe gemeldet. Ein riskanter Beruf. Trotzdem finden sich nach wie vor zahlreiche neue Rekruten. Was bringt junge Menschen dazu, sich angesichts der aktuellen politischen Lage für eine militärische Laufbahn zu verpflichten? Neben den Rekrutierungspraktiken der U.S. Army untersucht der Film, wie sehr das Militär vor allem in den ärmeren und patriotischen Südstaaten in die Gesellschaft integriert ist und diese Integration gezielt verstärkt. So finanziert das Militär an fast jeder öffentlichen Schule Unterricht im Exerzieren oder lässt ein aufwändiges Egoshooter-Computerspiel entwickeln und kostenlos verteilen. Diese Maßnahmen stoßen teilweise auf Kritik, aber auch auf positive Resonanz - schließlich ist es in vielen Familien im Süden der USA Tradition, gedient zu haben. Oft wird das Militär als "normaler" Bestandteil der Gesellschaft und auch als wichtiger Arbeitgeber empfunden. So beleuchtet der Film auch die finanziellen Verlockungen, die das Militär bietet - oft sehen ärmere Menschen kaum andere Möglichkeiten, sich ein Studium zu finanzieren und in der Gesellschaft aufzusteigen. Viele Wege führen zum Soldatenberuf - ein Beruf, der tödlich enden kann.

Uncle Sam wants you
Regie: Stephan Hilpert, Dokumentation, 30 Minuten


ZDFkultur, 22.00: Operation Homecoming – Writing the Wartime Experience
Für das Projekt "Operation Homecoming" schrieben meist junge US-Soldaten über ihre Kriegserlebnisse im Irak und in Afghanistan. Sie beschreiben, was ein Soldat fühlt, wenn er erstmals auf einen Menschen schießt, wie er damit umgeht, dass in fast jeder Situation der Tod lauert. Die filmische Realisierung einiger dieser Texte, teils mit dokumentarischem Filmmaterial, teils mit stark ästhetisierten Bildern, lässt den Zuschauer an ihren Erfahrungen teilhaben.

Operation Homecoming
Regie: Richard E. Robbins, Dokudrama, USA 2007, 81 Minuten

 

 

(Katja Silberzahn | Quellen und Fotos alle o.g. Sender und Webseiten | Änderungen im Programm möglich)

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