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TV-Tipp 3. Juli: Alles Doku oder was

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Vom Wurstbaron zum BiobauernViele interessante Dokumentationen an diesem Dienstag. Bereits um 14.45 startet Einsfestival voll durch mit seinem Themen-Block "Alles Bio oder was". Danach Schlag auf Schlag bis nach Mitternacht Filme und Dokus nach allerbester Manier. Besonders erwähnenswert "Die verschwundenen Dörfer" und "das gewissen der Superreichen" - ein Blick ins Programm lohnt sich!

 

 

 

Dienstag, 3. Juli

Einsfestival ab 14.45 Thementag: Alles Bio oder was?
14.45: Vom Wurtsbaron zum Biobauern
15.30: Glückliches Biotier?
16.15: Meine Hühner und ich
17.00: Alles Bio? Das Geschäft mit den Öko-Lebensmitteln

Alles Bio oder was?


Arte, 20.15: Churchills größtes Spiel
Winston Churchill gehörte zu den wenigen Politikern, die sich gegen die Appeasement-Politik aussprachen. Er war ganz und gar nicht einverstanden mit den Beschwichtigungen und dem Nachgeben in Bezug auf die Aggressionspolitik Hitlers. Mit seiner Ernennung zum Premierminister zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Churchill dann zum "Helden der Stunde". Die Dokumentation zeigt das Porträt eines begabten Redners und Staatsmannes, der bis heute ein hohes Ansehen genießt. Dabei wird auch das Treffen Churchills mit Stalin erstmals anhand exklusiven Materials untersucht. Und aufwendige Animationen greifen die Schlüsselszenen des Machtspiels in Europa um 1940 auf. In über 2.000 Stunden wurden Animationen nach dem Vorbild des erfolgreichen Kinofilms "Waltz with Bashir" geschaffen, die Winston Churchill an den wegweisenden Punkten seiner Karriere porträtieren. Mit viel Liebe zum Detail haben die Künstler markante Eigenschaften nachgezeichnet, wie etwa Churchills Victory-Zeichen oder die immer präsente Zigarre. Die Animationen zeigen den britischen Premier in seiner "schwersten Stunde" ebenso wie als Gast im Zarenpalast Stalins. Bisher teilweise nie gezeigtes Archivmaterial ergänzt den Blick auf die Neuaufteilung Europas.

Churchills größtes Spiel
Regie: Peter bardehle, Dokumentarfilm, D 2012, 94 Minuten, ZDF, Wiederholungen:
05.07.2012 um 10:30 und 08.07.2012 um 16:55


ZDFkultur, 20.15: Flüstern und Schreien
Dieter Schumann und Jochen Wisotzki begleiteten Bands wie "Silly", "Feeling B", "Chicoree" und "Sandow" auf ihren Tourneen durch die DDR. Die Underground-Gruppen sind im Konzert zu sehen, im Kontakt mit ihrem Publikum. Im Gespräch mit den Fans erfährt Schumann von ihren Sehnsüchten, sich ohne Einschränkungen kleiden und bewegen zu dürfen, zu widersprechen und nicht gleich als staatsfeindlich abgestempelt zu werden, nur weil man an die Stelle von Arbeit und politischer Organisation andere Interessen stellt. Rockmusik als Rebellion gegen ein eingeengtes Leben, abseits von FDJ-Liedern und blauen Blusen. Bis heute hat der Dokumentarfilm "Flüstern und Schreien" seine eigene Fangemeinde. Dabei war er nur durch das Genre Musikfilm überhaupt genehmigungsfähig. Heikle Szenen wurden hitzig diskutiert, blieben aber im Film. Nach seiner Premiere im Oktober 1988 ging der Film dann quasi mit den Bands auf Tour und entwickelte sich so zum Kulthit. Im Jahr des Mauerfalls lief er auf der Berlinale.

Flüstern und Schreien
Regie: Dieter Schumann und Jochen Wisotzki, D 1988, 115 Minuten, ZDF


Arte, 21.50: Hauptsache haltbar
Weltweit kann der Verbraucher überall die gleichen Produkte kaufen, lange haltbar, weil luftdicht verpackt. Doch diese Verpackungen haben es in sich: das Gift, das in die umhüllten Lebensmittel eindringt und zu schwerwiegenden Erkrankungen führen kann. Die europäischen Kontrolleinrichtungen scheinen machtlos dagegen zu sein. Die Dokumentation deckt die Hintergründe für mangelnde Kontrollen, Lobbyismus in Brüssel und nicht funktionierenden Verbraucherschutz auf.

Hauptsache haltbar
Regie: Inge Altemeier, Reinhard Hornung, Dokumentation, D 2010, 30 Minuten, NDR
Wiederholungen: 06.07.2012 um 14:10 und 14.07.2012 um 12:10


mdr, 22.05: Die verschwundenen Dörfer
Strengste Geheimhaltung, Propaganda und Desinformation begleiten von Beginn an die Geschichte des Uranbergbaus in der ehemaligen DDR. Selbst den Begriff WISMUT benutzten die Sowjets als irreführenden Tarnnamen. Die MDR-Dokumentation widmet sich einem ganz besonderen Kapitel der Wismut-Geschichte, das weitgehend im Dunkeln geblieben ist: Zwischen 1951 und 1968 verschwanden fünf Dörfer von der Landkarte Thüringens. Begonnen hat es 1951 in der kleinen Gemeinde Sorge-Settendorf, in der russische Geologen das Uran nur drei Meter unter der Erdoberfläche fanden. Von hier zog und zieht sich ein Band kaum fassbarer Landschaftszerstörung bis zu dem 750 Jahre alten, wunderschönen Ort Culmitzsch, der 1968 zerstört wurde. Die Filmemacher Joachim Tschirner und Burghard Drachsel begeben sich im Ronneburger Bergbaurevier auf Spurensuche.

Die verschwundenen Dörfer
Regie: Joachim Tschirner, Burghard Drachsel, Dokumentation, 43 Minuten, mdr


ZDFkultur, 22.10: Schräge Zeit
Ost-Berlin, Anfang der 80er Jahre: Eine Gruppe junger Leute, die den Glauben an den "real existierenden Sozialismus" verloren hat, lehnt sich gegen die Unzulänglichkeiten des DDR-Systems auf. Einer von ihnen, der 1963 in Güstrow geborene und in Ost-Berlin aufgewachsene Jan, opponiert als Punk in der berüchtigten Band "Der demokratische Konsum". In dieser Zeit gerät er ins Blickfeld der Stasi. Ein wildes Leben beginnt. Er und seine Freunde leben, als wäre jeder Tag der letzte, und es gelingt ihnen, sich Freiräume zu schaffen, die man im Alltag der Deutschen Demokratischen Republik nicht für möglich gehalten hätte. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms "Schräge Zeit" steht eine außergewöhnliche deutsch-deutsche Biografie, die eng mit der turbulenten Geschichte Berlins der letzten 20 Jahre verbunden ist. Anhand von Interviews, Fotos und Archivmaterial erzählt der isländische Autor Ólafur Sveinsson, der seit vielen Jahren in Berlin lebt und arbeitet, Jans Lebensgeschichte.

Schräge Zeit
Regie: Ólafur Sveinsson, Dokumentarfilm, D 2004, 90 Minuten, ZDF


DasErste, 22.45: Das Gewissen der Superreichen
Warren Buffett und Bill Gates, zwei der reichsten Männer der Welt, starteten im Juni 2010 eine ungewöhnliche Kampagne: Der Investmentguru und der Microsoft-Milliardär sagten zu, die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. "The Giving Pledge" heißt diese philanthropische Initiative, der sich inzwischen rund 70 US-Milliardäre angeschlossen haben. "The Giving Pledge" bringt mittlerweile die unfassbare Summe von rund 200 Milliarden US-Dollar zusammen. Seit der großen Verkündigung ist weltweit eine Diskussion über Fluch und Segen des geschenkten Geldes entbrannt. Denn die Aufforderung trifft auf eine Öffentlichkeit, die dem Kapitalismus zunehmend skeptisch gegenüber steht. Banken gingen pleite oder konnten nur mit Steuergeldern gerettet werden. In den USA und der übrigen westlichen Welt verschwindet die Mittelklasse. Reicht es da aus, wenn einige Reiche einen Teil ihres Geldes nach ihrem Gusto spenden wollen? Welches ist ihre persönliche Motivation hinter dem Spendenversprechen? Welcher moralische Anspruch steckt dahinter? Der Dokumentarfilm "Das Gewissen der Superreichen" zeigt die Innenansicht von "The Giving Pledge" und eröffnet damit zugleich einen einzigartigen Zugang in die Welt reicher Philanthropen. 18 Monate lang begleiteten die Filmemacher den Multimilliardär Warren Buffett, erforschten seine Beweggründe und sprachen mit Befürwortern und Gegnern seiner Initiative, wie Bill und Melinda Gates, Karstadt-Retter Nicolas Berggruen, der französischen Baroness Ariane de Rothschild, dem Sozialstaat-Fan und Reeder Peter Krämer sowie dem SAP-Gründer Hasso Plattner.

Das Gewissen der Superreichen
Regie: Gisela Baur, Ralph Gladitz, Dokumentation, 75 Minuten


Arte, 23.10: Leben ohne Schadstoffe
Wachsender Konsum und steigender Preisdruck sind zwei Ursachen für den Raubbau an der Natur, das Schwinden der natürlichen Ressourcen und die wachsende Umweltverschmutzung. Der Wissenschaftler Michael Braungart will den Problemen mit einer neuen Wirtschaftsform entgegentreten. Die Dokumentation stellt sein Konzept aus Kreislaufwirtschaft und Recycling vor.

Leben ohne Schadstoffe
Regie: Kathrin Latsch, Dokumentation D 2008, 30 Minuten, NDR
Wiederholungen: 14.07.2012 um 13:25


3sat, 23.55: Mensch Gottfried
Gottfried lebt auf einem Hof in Niedersachsen. Der 57-Jährige ist Selbstversorger. Seine Kleidung wäscht er mit Bachwasser und Asche. Sein Geschirr leckt er ab, anschließend spült er es in einer Regenwasser-Molkemischung. Er verzichtet auf fließendes Wasser, statt einem WC benutzt er einen Eimer. Gottfried ist stolz darauf, dass es ihm gelingt, in einem funktionierenden Kreislauf zu leben - mit nicht mehr als drei Litern Abwasser täglich. Das alles hat aber auch einen Preis und schafft Konflikte. Vor einigen Jahren sind seine Frau und die beiden jüngsten Söhne Piet und Jelle ausgezogen. Seine Söhne bewundern die Lebensweise ihres Vaters, auch wenn sie selbst anders leben möchten. Geblieben sind zwölf Hühner, eine Ziege, eine Kuh, ein Rind, ein Bullenkalb, 19 Schafe und eine Katze. Gottfried zahlt den Preis der selbstbestimmten Ausgrenzung aus Überzeugung. Die Dokumentation aus der Reihe "37 Grad" begleitet Gottfried durch seine Welt.

Mensch Gottfried
Regie: Gregor Bialas, Dokumentation, 45 Minuten, ZDF

 

 

(Katja Silberzahn | Quellen und Fotos alle o.g. Sender und Webseiten | Änderungen im Programm möglich)

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23. Mai 2013

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