Mittwoch, 20. Juni 2012
Einsfestival, 14.45: Wann ist ein Mann ein Mann
Wann ist ein Mann ein Mann - diese Frage wird angesichts enormer gesellschaftlicher Veränderungen in der Machtbalance zwischen Männern und Frauen immer intensiver debattiert. Ist das ehemals starke Geschlecht tatsächlich in einer "Umorientierungs-Übergangs-Aufbruchphase"? Der Autor Claus Räfle beobachtet Männer aus verschiedenen Generationen.
Einsfestival, 16.15: Männerherzen fliegen weit
Robert, 41, wickelt seit 5 Jahren seine komplette Sozialisation übers Internet ab. Genauer: Seine Versuche, eine Lebensabschnittspartnerin zu finden. Er beschließt die triste Virtualität des Click-Netzes mit einer anderen Welt zu tauschen: Ein Jahr nach der orangenen Revolution fliegt er nach Kiew, in die von Visa-Affäre und unzähligen Sensationsberichten über willige Frauen gebeutelte Ukraine. Er trifft dort auf eine skurrile Welt der Heirats- und Partneragenturen, die Westmännern, vorwiegend aus den USA, Packages fürs Liebeswohl offeriert.
Einsfestival, 17.00: Männer als Frauen
"Als Mann kriege ich selten Komplimente, aber als Frau ist das anders", sagt Stephan (30). Er trägt Frauenkleidung, schminkt sich und ist dann Frau, auch im Alltag. Es ist nicht immer einfach, mit den eigenen weiblichen und männlichen Anteilen umzugehen, gerade dann nicht, wenn man als Mann den Drang verspürt, Frauenkleider zu tragen. Es hat einige Zeit gebraucht, bis sich Stephan seinen Mitmenschen als sogenannter Cross-Dresser offenbarte. Der Film begleitet Cross-Dresser in ihrem Alltag. Cross-Dresser sind meistens heterosexuell orientierte Männer, die manchmal die Kleidung und soziale Rolle des anderen Geschlechts übernehmen.
Arte, 20.15: Tagträume
Am 7. November 2008 war Tanztheater-Premiere am Wuppertaler Schauspielhaus: Jugendliche tanzten "Kontakthof", ein Stück von Pina Bausch. Fast ein Jahr lang haben 40 Schüler und Schülerinnen auf dieses Ziel hingearbeitet. Wöchentlich haben sie sich getroffen, um das Stück einzustudieren. Anne Linsel und Rainer Hoffmann haben die Proben der Jugendlichen von April bis zur Premiere im November 2008 begleitet. Der bewegende Dokumentarfilm befasst sich mit der Lebenswelt der Jugendlichen und ihrer Begegnung mit dem Tanz, zeigt aber auch die letzten Aufnahmen von Pina Bausch kurz vor ihrem Tod im Jahr 2009. Am 30. Juni 2009 starb Pina Bausch für alle unerwartet. Der Dokumentarfilm zeigt die letzten Filmaufnahmen und das letzte Interview mit der weltberühmten Tänzerin.
3sat, 21.10: Frauen und Kinder von Priestern
Nach den Pädophilenskandalen kommt eine neue Krise auf die katholische Kirche zu - das Zölibat gerät immer heftiger unter Beschuss. Denn die Wahrheit ist: Das Zölibat wird oft gebrochen. Für die Betroffenen, für die Priester, ihre Frauen und manchmal auch Kinder, bedeutet das Geheimnistuerei, verstecktes Leiden, Heuchelei - "Kollateralschäden" einer kirchlichen Regel, die für viele längst überholt ist. Seriöse Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 20 und 30 Prozent der Priester das Zölibat brechen. Für die katholische Kirche wird damit die Frage immer dringlicher, ob das Zölibat nicht besser abgeschafft werden sollte, anstatt den betroffenen Personen ein Leben in Lüge, Angst und Selbstwertverlust zuzumuten. Die Dokumentation "Frauen und Kinder von Priestern" stellt Kirchenmänner vor, die das Messgewand abgelegt haben um mit ihren Frauen und Kindern offen zu leben.
ZDFkultur, 23.20: Zeybreak
Kadir Memis - alias AMIGO - gehört zu den derzeit erfolgreichsten Hiphop-Tänzern. Als Kind der ersten Generation türkischer Einwanderer wuchs er bei Verwandten in der Türkei auf. Mit zehn Jahren kam er nach Deutschland und musste sich in einer fremden Kultur und Sprache zurechtfinden. Beim Tanzen auf der Straße - zusammen mit anderen Jugendlichen - wurde sein Talent entdeckt. Er gründete die Gruppe "Flying Steps" und etablierte sich erfolgreich in der Berliner Hiphop-Szene. Vergangenes Jahr begab sich Kadir Memis auf eine Reise in die Heimat, wo er den Zeybeak, einen alten türkischen Volkstanz, entdeckte. Zwischen dem Urban Dance der Einwanderer-Kids und dem Zeybeak fand er erstaunliche Gemeinsamkeiten. Die Filmemacherin Rain Kencena hat Kadir Memis bei seiner Recherche in die Türkei begleitet.
Arte, 23.30: Ich will nicht, dass ihr mich liebt
Das Porträt des Schauspielers und Filmemachers Rainer Werner Fassbinder, der durch seinen Lebens- und Arbeitsstil den deutschen Nachkriegsfilm geprägt hat wie kaum ein anderer, besteht aus zehn Kapiteln. Weggefährten berichten von sehr unterschiedlichen Aspekten seiner Persönlichkeit und seines Schaffens. Aus Anlass seines 30. Todestages widmet ARTE im Juni 2012 Rainer Werner Fassbinder eine breite Werkschau. Der Dokumentarfilm "Ich will nicht nur, daß ihr mich liebt" begleitet und vervollständigt die Reihe.
(Katja Silberzahn | Quellen und Fotos alle o.g. Sender und Webseiten)