Donnerstag, 7. Juni
arte, 22.05: Klimawandel konkret
Raketen werden ins All geschossen, U-Boote nähern sich dem Grund der Tiefsee und per Mikroskop lassen sich Kleinstlebewesen betrachten. Doch was weiß der Mensch über die Hintergründe der alljährlichen Wechsel der Jahreszeiten? Die Dokumentation veranschaulicht den Stellenwert, den die moderne Wissenschaft heute wieder der Erforschung der Jahreszeiten beimisst. Die Dokumentation zeigt den Einsatz von mittelalterlichen Aufzeichnungen und handgefertigten Nistkästen in der Forschung ebenso wie den von DNA-Sequenzierern und Superrechnern der jüngsten Generation. Und die Forschungsergebnisse hochmoderner Institute werden mit der gleichen Sorgfalt ausgewertet wie Naturschützer-Aktionen, an denen Kinder und Erwachsene ehrenamtlich mitwirken.
rbb, 23.30: Der Freund und der Fremde
Er liegt am Boden, eine junge Frau kniet neben ihm und hält den Kopf des Sterbenden. Das Foto wird zum Symbol. Am 2. Juni 1967 wird unweit der Deutschen Oper in Berlin der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten niedergeschossen und stirbt wenig später. Für die Studentenbewegung ist der Tod Ohnesorgs eine Zäsur - der 2. Juni wird zum Katalysator der 68er-Unruhen. Der tote Ohnesorg wird zu einer Ikone. Doch wer war Benno Ohnesorg? Fast vier Jahrzehnte später begibt sich der Schriftsteller Uwe Timm auf die Suche. Timms Buch "Der Freund und der Fremde" (2005) ist das literarische Ergebnis dieser Suche. Es ist keine faktenorientierte Biografie, sondern eine Erzählung, die Erinnerungen vorsichtig arrangiert. Es ist ein persönliches Buch, das über den Freund reflektiert, über seinen Tod und über die prägenden 60er Jahre. Der Film von Uwe Timm und Rolf Bergmann folgt der Erzählung, nähert sich tastend und subjektiv Benno Ohnesorg an.
Prix LiteraVision 2010 für rbb-Produktion "Der Freund und der Fremde"
Phoenix, 23.35: Soldatinnen Gottes – Die Frauen der Hamas
Die Anhängerinnen der Hamas sind die mächtigsten Frauen im Gazastreifen. Sie kümmern sich um Arme und Kranke, organisieren Frauentreffen, gründen Vereine für Kindererziehung und für das Koranstudium. Wer Söhne im Dschihad verlor, wird geehrt. Regisseurin Suha Arraf, Palästinenserin mit israelischem Pass und Feministin, hat vier Frauen der Hamas in ihrem Alltag begleitet und beobachtet. Es ist ihr gelungen, in die geschlossene Gesellschaft dieser Frauen einzudringen. In ihrem Dokumentarfilm fragt sie danach, was dazu führt, ein von Gewalt und Tod bestimmtes Leben mit Sinn zu versehen, gar die eigenen Söhne zu opfern.
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(KS/Quellen alle o.g. Sender)