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Empire me: Filmgespräch mit Paul Poet

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Empire meRund 500 unabhängige Ministaaten gibt es, in denen sich Individualisten, Exzentriker oder Interessensgruppen ihre eigenen Reiche geschaffen haben. Dies ist eine Tatsache, die weitgehend unbekannt ist. Der Dokumentarfilm-Regisseur Paul Poet hat in seinem Film "Empire me" ein Schlaglicht auf die Szene Minimalst-Staaten geworfen. Zu einem Filmgespräch mit Kay Hoffmann vom HAUS DES DOKUMENTARFILMS wird Poet am Donnerstag, 26. April 2012, nach Ludwigsburg kommen (Kino Caligari, 19.30 Uhr).

Den wenigsten wird bekannt sein, dass es auf der Welt rund 500 unabhängige Ministaaten gibt, in denen sich Individualisten, Exzentriker oder Interessensgruppen ihre eigenen Reiche geschaffen haben. Paul Poet, der eine bewegte Vergangenheit in der musikalischen Subkultur Wiens aufweist, begann 1996 damit Filme zu drehen. Neben Musikvideos und Fernsehbeiträgen war sein erster Langfilm „Ausländer raus! Schliengensiefs Container“ (2002), der die provokative Aktion des Ausnahmekünstlers bei den Wiener Festwochen dokumentiert.

Für „Empire Me“ recherchierte er rund dreißig Ministaaten. Den Alltag in sechs solcher souveränen Gebiete – wahrscheinlich die Ausgefallensten – stellt er in den Mittelpunkt seines Films. „Sie entstehen aus Abenteuerlust, aus Ablehnung einer als krank empfundenen Welt, als Kunstprojekt, als Kommune im Dienste der Selbstbefeiung, als Versuch gelebter Utopien. Und manchmal geht es auch um Geld, wie bei der zuerst vorgestellten Mikronation Sealand“ (Spex). Gegründet auf einer ehemaligen britischen Seefestung 10 km vor der englischen Ostküste, diente es ab 1967 als Basis für einen Piratensender. Jetzt gibt es Überlegungen, es als Paradies für Steuerflüchtlinge umzuwandeln. Der berühmt gewordene Freistadt Christiania in Kopenhagen mit seiner alternativen Kultur ist ein anderes Beispiel. Poet ist an den Menschen interessiert, die diese eigenen Staaten aufbauen und gegen Widerstände verteidigen. Einige verlieren sich in klein karierten Ritualen und fühlen sich als richtige Fürsten, wenn morgens die eigens kreierte Staatsflagge feierlich gehisst wird.

Beim 13. Internationalen Filmfestival d’Aubagne gewannen Paul Poet und sein Komponist Alexander hacke kürzlich den „Prix du Film Rebelle“. Gewürdigt wurde die außerordentliche Leistung, die Musik als narrative Kraft zu nutzen und die überzeugende Dramaturgie, die wie ein Spielfilm funktionierte.
Nach der Vorführung wird es ein Filmgespräch von Kay Hoffmann (HAUS DES DOKUMENTARFILMS) mit Paul Poet geben.

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