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  • Wie man 613 Milliarden US-Dollar Schulden anhäufen kann? So, wie es die US-Bank Lehman Brothers tat bis zu jenem Moment, als sie 2008 endlich bankrott ging und weltweit ein Finanzbeben auslöste. Dass dies nicht mit rechten Dingen zuging, beweist der Dokumentarfilm »Inside Lehman Brothers« (bei Arte am Dienstagabend in Erstausstrahlung) auf eindrucksvolle und dramatische Weise. Im Mittelpunkt des von Arte France produzierten Filmes stehen Whistleblower, die das illegale Handeln ihres früheren Arbeitgebers anzeigten - und dafür selbst bittere Folgen bis heute zu ertragen haben.

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  • Zum 80. Geburtstag von Romy Schneider sendet 3sat am Sonntagmittag einen Dokumentarfilm von 1966. »Romy – Porträt eines Gesichts« entstand noch in der frühen Schaffensphase des später unter anderem mit dem Grimmepreis ausgezeichneten Regisseurs. Der Film zeigt eine junge Schauspielerin auf dem Sprung zum internationalen Ruhm.

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  • Es ist eine Aktion »purer Menschlichkeit«, die in den letzten Kriegstagen im noch von der deutschen Wehrmacht besetzten Tschechien stattfindet. Ein aus 77 aneinander gereihten Kohlewaggons bestehender Zug - vollgepfercht mit Gefangenen, mit Sterbenden, mit der Willkür der SS-Wachen ausgesetzten Menschen - soll in ein KZ transportiert werden. Es kommt so schlimm, wie es sich anhört - aber auch anders, als geplant. Diese furchtbare, aber auch von Humanität und spontanem Mut handelnde Geschichte erzählt die Geschichtsdokumentation »Todeszug in die Freiheit«, die am Donnerstagabend bei Phoenix gezeigt wurde. Erstsendung war im Januar im Ersten.

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  • Es wird in Baden-Württemberg nicht in Kürze gewählt. Deshalb ist es jetzt, sieben Jahre nach dem Sturz der CDU aus der Regierung (die sie mittlerweile als Juniorpartner wieder halbwegs zurück erhalten hat), vielleicht der richtige Zeitpunkt, um über Stefan Mappus nachzudenken. Er wird in der Dokumentation »Die Stefan-Mappus-Story« (in der SWR-Mediathek bis 13.9.2019 abrufbar) als »meistgehasster Politiker Deutschlands« des Jahres 2011 vorgestellt. Was macht ein solcher Absturz mit einem Menschen? Und woher kommt »die Angschd vor dem Wähler«?

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  • Mit »Krieg der Träume« präsentiert Arte ab Dienstag (Erstsendung) und ab nächster Woche auch das Erste ein ähnlich anspruchsvolles Doku-Serienprojekt wie vor vier Jahren mit »14 - Tagebücher des Ersten Weltkriegs«. Wir haben zum Start des Mehrteilers einen exklusiven Mitschnitt vom Branchentreff Dokville, in dem es um die Hintergründe zu der rund zehn Millionen teuren Produktion geht.

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  • Mann zu sein heißt in der Welt der Mixed-Martial-Arts-Kämpfer: austeilen und einstecken können. Filmemacherin Susanne Binninger kann in ihrem Dokumentarfilm »Fighter« (bei 3sat bis 16.9.2018 in der Mediathek des Senders abrufbar) ganz nah an drei Kämpfer herankommen. Ihr gelingt ein wirkliches nahe gehendes Portrait auf der Suche nach einem Männerbild, das vom Testosteron regiert wird, aber das mehr bietet, als nur eine Geschichte vom Kämpfen.

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  • Der amerikanische Filmemacher Charles Ferguson hat mit seinem 2011 Oscar-prämierten Dokumentarfilm »Inside Job« die Ursachen und die Schuldigen am ökonomischen Weltbeben im September 2008 benannt. Der Film (am Mittwochabend bei ZDFinfo) analysiert die Hintergründe der Lehmann-Brothers-Pleite ohne Rücksicht auf die political correctness. Zehn Jahre nach 9/15 (dem Tag, an dem die Pleite offen ausbrach) ein noch immer wichtiger Film. Zumal manche Finanzexperten ja längst schon wieder die nächste nahende Krise im Blick haben.

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  • Ganz nah dran an ihren Idolen: Junge Mädchen in bunten, ausgefallenen Outfits, die auf der Bühne für reife Männer tanzen, singen und durch soziale Medien, sowie »Meet and Greets« die Nähe zu ihren Fans suchen. Dem Leben der »Tokyo Idols« hat Kyoko Miyake eine Dokumentation gewidmet, die Arte bis Anfang Dezember in der Mediathek zeigt. Ein popkultureller Kulturschock über junge Japanerinnen zwischen Aufmerksamkeit und Einsamkeit und Big Business auf Japanisch.

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  • Delete oder Ignore! Diese Wahl definiert, wer wir sind. Fast bewegungslos sitzen sie im Dunkeln. Man hört nur ihre leisen, murmelnden Stimmen, die eines von zwei Worten sagen: »delete« oder »ignore«. 25.000 Mal an einem Tag, sagt einer der gefilmten Content Manager, entscheide er, was gelöscht oder ignoriert werde – was also im Falle des Durchwinkens weiter im Internet kursieren dürfe. Damit könne er ins Buch der Rekorde kommen, meint der Mann. Einer der wichtigsten Dokumentarfilme dieser Tage. Arte zeigt ihn bis 15. September in seiner Mediathek.

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  • Der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado sammelt mit seinen Fotografien unglaubliche, monumentale, stets schwarz-weiße Aufnahmen von Menschen. Er ist kein Reporter, sondern ein Fotograf im besten Sinne. Ein Lichtmaler. Der deutsche Filmemacher Wim Wenders hat ihn und seinen Arbeiten in »Das Salz der Erde« porträtiert. Ein Film, der auch deshalb so tief blickt, weil ein Sohn Salgados als Co-Regisseur mitarbeitete. Arte zeigt den 2015 für den Oscar nominierten Film am Mittwochabend.

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  • Der amerikanische Musikjournalist James Bulger drehte 2012 einen Kinodokumentarfilm über den britischen Jazz- und Rock-Schlagzeuger Ginger Baker. Das Projekt mit dem damals 73 Jahre alten Musiker brachte dem Filmemacher eine gebrochene Nase ein, hatte als Ergebnis aber auch einen Film über einen der besten Musiker der letzten 50 Jahre. Das Bayerische Fernsehen zeigt »Hüte dich vor Ginger Baker« am Mittwochabend – und wir können diese Warnung nur weitergeben.

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  • Der Schweizer Regisseur und ehemaliger Dokville-Gast Christian Frei war mit »War Photographer« für den Oscar nominiert und hat sich mit den Dokumentarfilmen »The Giant Buddhas« und »Space Tourists« einen Namen gemacht. In seinem 2013 entstandenen Dokumentarfilm »Sleepless in New York«, den Arte in der Nacht zu Samstag zeigt, erzählt Frei von verzweifelten und einsamen Menschen, die vom Partner verlassen wurden. Er macht ihren unendlich schwierigen Weg aus der selbstzerstörerischen Besessenheit heraus fühlbar.

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Neu im Kino: Das System Milch

»Den Hunger der Welt werden wir nie bezwingen, wenn wir Soja und Maus in Futtertröge kippen.« Das ist nur einer Erkenntnis aus dem Dokumentarfilm »Das System Milch« von Andreas Pichler (u.a. »Das Venedig-Prinzip«). Der Filmemacher untersucht auf vielfältige Weise, was die intensive (und extensive) Herstellung von Kuhmilch wirklich bedeutet. Ein Film, der ökonomisch und ökologische Prozesse veranschaulicht – und das bei einem Produkt, das zu den wichtigsten weltweit gehört; und das deshalb auch zu einem der umkämpftesten gehört.

Kinostart: 21. September 2017

Milch von glücklichen Kühen hat ein hervorragendes Image. Auf den Milchtüten wird ein romantisches Bild von den Kühen in den Bergen verkauft. Doch diese Idylle ist die Ausnahme und erzählt nicht die Wirklichkeit. Milch ist heute ein wichtiger Rohstoff und zum großen Geschäft mit Milliardenumsätzen geworden. In Europa werden jedes Jahr 200 Millionen Tonnen Milch und Milchpulver produziert. Allein in Deutschland wurden 2016 insgesamt 32,7 Mio. Tonnen Milch produziert und rund die Hälfte davon exportiert. Doch die Bauern müssen um einen fairen Preis für ihr Produkt kämpfen, den sie trotz einer leichten Steigerung bis heute nicht erhalten. Viele Höfe sind gefährdet oder sind gezwungen zu expandieren, um ihre Existenz zu sichern. Die globale Milchindustrie ist umso mächtiger und global vernetzt.

Mit seinem Film »Das System Milch« blickt Regisseur Andreas Pichler (»Das Venedig Prinzip«) hinter die Kulissen der industriellen Produktion, zeigt viele Facetten und fragt nach Alternativen. Er zeigt eindringlich die Konsequenzen für Menschen, Tiere und Umwelt. Der Film macht klar, welche Verantwortung Politik und Verbraucher in einer globalisierten Welt tragen. Von daher ist »Das System Milch« eine cineastische Reise über mehrere Kontinente (Europa, Amerika, Afrika und Asien), die mit Vorurteilen aufräumt und Lösungen aufzeigt.
Nachhaltigkeit und Rücksicht auf lokale Produktionsweisen spielen dabei keine Rolle. Milch steht sinnbildlich für unser globales Streben nach Wachstum und den Wahnsinn industrieller Lebensmittelproduktion. „Das System Milch“ beleuchtet in großen Bildern (Jakob Stark, Martin Rattini), auf wessen Kosten riesige Mengen Milch produziert werden und ob das mit hohen Milliardenbeträgen subventionierte System überhaupt zu halten ist.

Der Dokumenarfilm ist eine Produktion der Stuttgarter Eikon Filmproduktion (Christian Drewing) und der Südtiroler Miramonte Film (Valerio B. Moser) als Koproduktion mit rbb und in Zusammenarbeit mit Arte.

(Kay Hoffmann)

Tags: Kino-Tipps