»Rhinedits« gestartet:
Private Filme sind visuelle Schätze

Mit einer Kick-off-Veranstaltung ist das Interreg-Projekt »Rhinedits. Amateurfilm am Oberrhein« gestartet. Zu einem gemeinsamen Projektstart trafen sich am Donnerstag, 14. Juni 2018, in der Universitätsbibliothek Strasbourg Wissenschaftler, Pädagogen und Interessierte. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und hat ein Gesamtbudget von 1,2 Millionen Euro. Ziel ist es, Amateurfilme der vergangenen hundert Jahre, die in der Oberrheinregion entstanden sind, zu recherchieren, zu archivieren und wieder zugänglich zu machen.

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Odile Barreault (Region Grand Est) und Jay Rowell, Direktor des Forschungszentrums GSPE der Universität Strasbourg,hoben bei der Auftaktveranstaltung von »Rhinedits« die Bedeutung dieses Projektes hervor. Es recherchiert und archiviert Amateurfilme der vergangenen 100 Jahre, die in der Oberrheinregion entstanden sind, und macht sie auf einer Online-Plattform Wissenschaftlern, Pädagogen und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich.

Die Universität Strasbourg, die Hochschule Offenburg und das elsässische Filmarchiv MIRA arbeiten mit zahlreichen Partnern wie der Landesfilmsammlung Baden-Württemberg im Haus des Dokumentarfilms Stuttgart zusammen. Im Internet wird eine Datenbank für Amateurfilme der Oberrheinregion aufgebaut und die Archivbestände sollen auch wieder öffentlich zugänglich gemacht werden. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und hat ein Gesamtbudget von 1,2 Millionen Euro. Die Federführung haben Prof. Alexandre Sumpf (Universität Strasbourg) und Prof. Götz Gruner (Hochschule Offenburg), die das Projekt ebenso wie Christiane Sibeude (MIRA) beim Kick off vorstellten.

Das Projekt »Rhinedits« will dazu beitragen, dass die Bedeutung privater Filme als visueller Schatz und als Dokumente der Vergangenheit sowohl anerkannt als auch wahrgenommen werden. Amateurfilme sind Teil unseres kollektiven Gedächtnisses. Das Projekt ermöglicht erstmals den Zugang zu diesen Bildern und damit zu einem gemeinsamen kulturellen Erbe diesseits und jenseits des Rheins. Denn trotz der kriegerischen Konflikte zwischen Frankreich und Deutschland gab es immer auch einen Austausch. Mit dem Projekt soll die Bevölkerung der Oberrheinregion erreicht werden. Sie soll motiviert werden, sich mit ihrer wechselvollen Geschichte zu beschäftigen. Es sei an der Zeit, eine Vision der gemeinsamen Geschichte zu entwickeln und der Jugend, Schülern und Studierenden zu vermitteln. Aufgrund der persönlichen Perspektive kann der Amateurfilm viele Menschen erreichen und dazu beitragen, Blockaden zu lösen. Denn diese Filme machen sowohl Familiengeschichten als auch den Arbeitsalltag und das kulturelle Leben erfahrbar. »Rhinedits« will helfen, den Schatz der Amateurfilme zu bewahren. Deshalb sammelt das Projekt diese Aufnahmen und ist Ansprechpartner für Familien, Amateurfilmclubs und städtische Filmsammlungen. Am 6. Oktober wird es an verschiedenen Orten einen »Home Movie Day« geben.

Der Amateurfilm schafft neue Blickwinkel auf die Geschichte der Region. Es kann ihm im Gegensatz zu den oftmals ideologisch geprägten offiziellen, staatlichen Filmen gelingen, die Zeugnisse unbekannter Zeitzeugen auf eine viel sensiblere und gefühlsbetontere Weise zu hinterfragen. Zu den Filmen werden möglichst viele Informationen zum Kontext und den Hintergründen ihrer Entstehung zur Verfügung gestellt. Die neue Online-Plattform »RhInédits«, die in Strasbourg ebenfalls vorgestellt wurde. sowie öffentliche Filmvorführungen in verschiedenen Städten bieten die Chance, mit den Nutzern und Zuschauern zusammenzuarbeiten, um mit den Amateurfilmen und anderen filmischen Quellen die Geschichte Europas und der Grenzregion zu reflektieren.

Das SWR Fernsehen Südbaden wird am Sonntag, 17. Juni um 18 Uhr in der Sendung „Drei Land Aktuell“ um 18.00 Uhr über die Kick off-Veranstaltung berichten.

(Kay Hoffmann)

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