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»Why are we creative?«

Unsere DOK Premiere im Oktober 2018

Wieder fast ausverkauft war die DOK Premiere »Why are we creative?« von Hermann Vaske. Der Film macht deutlich, wie wichtig Kreativität ist, ob nun im Film, in der Kunst, in der Architektur oder der Politik. Sie ist wichtig, um aus den üblichen Bahnen auszubrechen und neues zu versuchen. Der Film hatte seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Venedig und hatte seitdem einige spektakuläre Vorfühungen z.B. in Wien und Warschau.

Den Regisseur Hermann Vaske treibt das Thema Kreativität seit rund 30 Jahren um. Er hat an der Universität der Künste in Berlin und am American Film Institute in Los Angeles studiert und startete zunächst eine Karriere in der Werbung bei renommierten Agenturen. Inzwischen ist er Professor an der Universität Trier, ist aber auch als Regisseur, Autor, Produzent und weiterhin in der Werbung tätig, wenn es sich ergibt. Seit Mitte der 1990er Jahre hat er zahlreiche Filme gedreht, die sich in der Regel um kreative Prozesse und berühmte Schauspieler drehten. Erwähnt werden sollten seine Triologie »The fine art of seperating people from their money« (1996), »The A – Z of Seperating People from their Money« (1998) und »The ten commands of creativity« (2001) mit Dennis Hopper und Sir Peter Ustinov, »Blixa Bargeld reads Hornbach« (2004), »The Art of Football« (2006) mit John Clease, »Bra Wars – Hollywood’s Affair with the Bra« (2014) mit Jean Paul Gaultier und Camille Paglia oder »Dennis Hopper: Uneasy Rider« (2016) mit Diane Kruger und Julian Schnabel. Seine Produktionen haben zahlreiche Preise auf Festivals gewonnen. Durch diese Filme und Festivalteilnahmen hatte Vaske gute Chancen, Prominente zu treffen und nutzte sie, ihnen die Frage aller Fragen zu stellen: Why are you creative?

Inzwischen ist ein Archiv mit rund 1000 Prominenten aus verschiedensten Bereichen entstanden, darunter ungefähr 50 Nobel- und Oscar-Preisträger. Eine besondere Herausforderung ist die digitale Langzeitarchivierung des Materials. Aus diesem Projekt ist sozusagen selbst ein Gesamtkunstwerk geworden mit Ausstellungen, Büchern, App und Filmen. Sein Film ist ein Best of seiner bisherigen Arbeit, in dem er sich ganz auf die Prominenten konzentriert, die ihm wichtig waren, allen voran David Bowie, Marina Abramovic und Stephen Hawking.

Getrieben hat Vaske dabei seine Neugier und die Hoffnung überrascht zu werden. Das hat ihn motiviert, diese Frage so lange zu stellen. Fast manisch, wie er selbst sagt. Den nachhaltigsten Eindruck hat bei ihm David Bowie hinterlassen, der dann im Film auch eine zentrale Rolle spielt. Er hatte die Idee, bei einem ersten Interview das Set Magritte-artig zu inszenieren und liebt keine lineare Erzählung. Damit setzt er den Ton von „Why are we creative?“ Der Kontakt zu den Prominenten gelang durch ein ausgezeichnetes Netzwerk an Kontakten und auch eine gewisse Impertinenz, eine erste Absage nicht zu akzeptieren. Ein Interview ergab oft ein anderes.

Eine besondere Herausforderung stellte die Technik. Den in den verschiedenen Jahrzehnten wurde mit den unterschiedlichsten Formaten gedreht von 16 mm bis 8 mm und Super 8 mm und natürlich die elektronischen Formate wie BetaSP, Digibeta, Microkassetten usw. Sie mussten alle digitalisiert werden. In diesem Zusammenhang lobt er seine Cutterin Marie-Charlotte Moreau, der es gelungen sei, eine Dramaturgie in das Material zu bringen und mit den verschiedenen Materialien zu spielen. Ein Stilmittel des Films ist die Animation, die so etwas wie ein roten Faden herstellt.

Die Finanzierung des Projektes war nicht einfach, gelang jedoch schließlich mit Eigenmitteln, der Förderung durch „Hessenfilm und Medien“, dem Deutschen FilmFörderFonds und als Sender ZDF/3 SAT. Mit Celluloid Dreams wurden ein renommierter Weltvertrieb gefunden, der den Film auch schon in mehrere Länder verkaufen konnte. Besonderes Interesses scheint er in Osteuropa und Asien zu finden.

Sein neues Filmprojekt heißt übrigens »Why are you not creative?«.

(Kay Hoffmann)

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