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Symposium »Wem gehört die Wahrheit« bei DOK Leipzig

Symposium »Wem gehört die Wahrheit« bei DOK Leipzig, 31.10.-01.11.2019, Kupfersaal.

 

 

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Heute und morgen findet das Symposium statt. Eine Reaktion auf den »shitstorm«, den die Prämierung des Dokumentarfilms „Lord Of The Toys“ im vergangenen Jahr auslöste und eine Auseinandersetzung mit demokratischen Werten. Das Symposium soll mehr Raum für Debatten schaffen. Der Untertitel »Der politische Gegner im Visier der Kamera« definiert um was es geht: die Facetten des filmischen Umgangs mit dem politisch Andersdenkenden in den Blick zu nehmen und sich darauf einlassen. Ralph Eue, Filmpublizist und Leiter der Auswahlkommision bei DOK Leipzig, erinnerte in seiner vielschichtigen Keynote auch an Marcel Ophüls, der 1977 in seinem Aufsatz »Soll man Speer erschiessen, anstatt ihn zu filmen?« schrieb: »Ich glaube nicht, dass »Memory of Justice« oder »Le chagrin et la petite« Filme sind, die Unterricht geben sollen oder wollen, auch können sie keinen Geschichtsunterricht ersetzen. Das wird zwar immer wieder von ihnen verlangt, aber diesem Bedürfnis mag ich nicht entsprechen. Ich bin kein Lehrer, ich bin Filmemacher.« 

Während der Festivalausgabe 2018 gab es hitzige Debatten darum, welches die richtige Herangehensweise an Dokumentarfilme sei, deren Protagonisten nicht das eigene Wertesystem teilen und es stellte sich auch die Frage, ob sich Filmemacher in der Darstellung ihrer Protagonisten, der Bühne, die sie ihnen mit den Filmen geben, nicht gemein machen würden. Ophüls fand Speer charmant. Gemein machte er sich in seiner Darstellung Albert Speers nicht, obwohl er dessen sympathischen Seiten zeigte.

Die Auseinandersetzung mit Filmen stellt den Ausgangspunkt für Diskussionen dar. An zwei Tagen werden unterschiedliche Dokumentarfilme gezeigt, die das Andere ins Visier der Kamera nehmen. Den Auftakt machte Tamara Trampes Film »Der schwarze Kasten« aus dem Jahr 1992 unter der Themenüberschrift »Konfrontation und Begegnung«. Die Regisseurin führte  ein Jahr lang Gespräche vor laufender Kamera mit einem Stasi-Offizier und Dozenten für »Operative  Psychologie« an der Hochschule des MfS ( Ministerium für Staatssicherheit). Der Film ist ein Versuch, den Mustern seines Lebens auf die Spur zu kommen. 


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Mit Überschriften wie »Frontlinien und Streitröume«, »Rollenbilder und Standpunkte« oder »Entbergen und Verstören« initiieren die Veranstalter an beiden Tagen den Gedankenaustausch zu Texten, Filmen und Performance. 

Das Programm im Überblick: https://www.dok-leipzig.de/festival/sonderreihen/symposium


(Astrid Beyer)

Tags: DOK Leipzig

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